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Herrnhuter Losungen - 10 Minuten mit Gott

Die Tagesperle auf Zionstochter

"Losung für den 1. September 2023

Du hast dich müde gemacht mit der Menge deiner Pläne.

Jesaja 47,13

Haltet euch nicht selbst für klug.

Römer 12,16"

( Herrnhuter Losungen)

Blumen-Muster

Die Tagesperle

 

Meine lieben Freunde und Follower,

 

"Die Liebe sei ohne Falsch. Hasst das Böse, hängt dem Guten an. 10 Die brüderliche Liebe untereinander sei herzlich. Einer komme dem andern mit Ehrerbietung zuvor. 11 Seid nicht träge in dem, was ihr tun sollt. Seid brennend im Geist. Dient dem Herrn. 12 Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, beharrlich im Gebet. 13 Nehmt euch der Nöte der Heiligen an. Übt Gastfreundschaft. 14 Segnet, die euch verfolgen; segnet, und verflucht sie nicht. 15 Freut euch mit den Fröhlichen, weint mit den Weinenden. 16 Seid eines Sinnes untereinander. Trachtet nicht nach hohen Dingen, sondern haltet euch zu den niedrigen. Haltet euch nicht selbst für klug. 17 Vergeltet niemandem Böses mit Bösem. Seid auf Gutes bedacht gegenüber jedermann. 18 Ist’s möglich, soviel an euch liegt, so habt mit allen Menschen Frieden. 19 Rächt euch nicht selbst, meine Lieben, sondern gebt Raum dem Zorn Gottes; denn es steht geschrieben: »Die Rache ist mein; ich will vergelten, spricht der Herr.« 20 Vielmehr, »wenn deinen Feind hungert, so gib ihm zu essen; dürstet ihn, so gib ihm zu trinken. Wenn du das tust, so wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt sammeln« 21 Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem."

(Römer 12, 9 ff, Luther 2017)

"Du hast dich müde gemacht mit deinen eigenen Plänen"

 

"Gott heilt dich noch! Hallelujah! Du musst es nur glauben!"

 

"Gott hat mir gesagt, dass Du dich noch ein bisschen um die Kleinen kümmern sollst, weil du keine Zeit mehr haben wirst, er macht dich zu einem Sprecher zu Nationen! Beanspruche es!"

Ich bin traurig heute morgen.

Auch ein wenig hilflos mit Blick auf Verblendung, auf als Prophetie getarnte Wahrsagerei. Beide Aussagen sind wirklich gefallen- die eine jemandem gegenüber, der vorgestern Nacht nach einem elendigen Kampf gegen Krebs gestorben ist, und der bis zum Ende verzweifelt war, dass es nicht funktionierte, statt Frieden finden zu können.

Die zweite Aussage- galt mir, vor Jahren- und erschrocken rief ich "NEIN!- das darf niemals passieren! An dem Tag, an dem ich "keine Zeit" mehr habe für "die Kleinen", ist der Tag, an dem ich meinen Weg verloren habe!"

Was hat das mit den heutigen Losungen zu tun?

Das erschließt sich nur, und nur dann, wenn man die Bibelstellen zurückbringt in ihren Kontext, aber dann wird es glasklar:

Müde geworden über ihre "eigenen Pläne"- eigenen Stolz, eigene Wunschträume, Illusionen, Zauberei und dem Glauben, selbst das Weltgeschehen lenken zu können, ist Babylon. Der Satz ist entnommen der Ansage Gottes, Babylon niederzureißen- genau aufgrund dessen.

 

Der Satz:

"Haltet euch selbst nicht für klug" ( wählt nicht eure eigenen Wege über die Gottes d.A.) steht in einem ganzen Absatz, der beschreibt, wie der Weg eines Christen aussehen soll. Und wie anders ist er, als vieles, das ich sehe, das proklamiert wird, immer und immer und immer wieder- und das so oft Menschen in schiere Verzweiflung stürzt, wenn es dann "anders kommt".

Was mich wütend, zornig macht, ist nicht, dass Glaubensgeschwister sich irren können, blind für Realitäten werden können- wisst ihr- wir haben einen Feind, und er ist sehr geschickt im Verführen der Auserwählten.

Nein, ich bin nicht zornig auf jene, die an Glaubenssätzen festhalten, die ihnen eingebleut wurden über Jahre.

Was mich wütend macht, sind die Folgen.

Wenn jemand so ernsthaft erkrankt wie unser Freund (und viele andere) es erlebt haben, und falsche Hoffnungen genährt werden, wird er oder sie am Ende mit hoher Wahrscheinlichkeit Gott die Schuld geben oder massiv verunsichert sein, dass es nicht so gekommen ist.

Gott, Jesus aber, der die ganze Zeit da war, die Hand ausstreckte, der sagte: "Ich hole dich heim, heim aus dieser gefallenen Welt, ich stehe dir bei"- diese leise Stimme wird überhört.

"Haltet euch selbst nicht für klug".

Welchen Weg Gott mit welchem Menschen wählen wird, das entzieht sich unserer Kenntnis. Ja, es passieren Heilungswunder, es passieren Fügungen, in jedem Christenleben gibt es unerklärliche Wendungen, Erkenntnis, einen höheren Sinn, dem wir folgen. Aber Jesus hat uns nie versprochen, dass wir "neues Königreich" spielen und damit erfolgreich sein können. Nirgendwo finden sich Hinweise, dass wir alle zum Herrschen berufen sind, und nirgendwo wird "Masse statt Klasse" gepredigt.

Im Gegenteil, die Richtlinie, die Paulus gibt, ist bodenständig, praktisch, und in unser aller Lebensweg hineingesprochen. Sie mahnt an ein einfaches, vertrauensvolles Leben, das Gottes Wege akzeptiert und dennoch von Hoffnung getragen ist- der Hoffnung des kommenden Königreiches. Wertschätzend lebend, Feinde nicht hassen, das Gericht Gott überlassen, dienen, herzlich sein, also warmherzig und zugewandt- das alles können wir nur dann, wenn wir bereit sind, die Nöte anderer auch wahrzunehmen, sie zu stillen, in Wort und Tat, und in direkter Zuwendung.

Von falscher Hoffnung oder dem erneuten Errichten Babylons mit seiner Selbstherrlichkeit, mit seinen Illusionen, mit seiner Wahrsagerei und seinem falschen Glanz-sprach Paulus nicht.

Oft denke ich: Es ist fatal: Bleibt man bei der Bibel und dem, was sie sagt, dann trifft man viel zuviele, die großzügig Warmherzigkeit, Gnade, Liebe, Zuwendung und nicht richten überlesen- doch wenn man sich darauf konzentriert, scheint es so, als gäbe es nur noch die Alternative, alles biblische zu verwerfen.

Das Problem ist: Beide Richtungen verwerfen Jesus. Denn Jesus ist die Erfüllung des Wortes- und voller Liebe.

Mögen wir Jesus Christus von Nazareth folgen, in dem, was er uns aufgetragen hat.

Mögen wir nicht nach dem Großen, Unerreichbaren streben, sondern nach dem kleinen, das er groß machen kann- ja- aber mit einem Herzen, das beim Kleinen bleibt und sich nicht im Rausch der eigenen Herrlichkeit verliert.

Und wenn ihr jemanden sterben seht- nährt keine falschen Hoffnungen. Wir können um Heilung bitten, aber wenn offensichtlich wird, dass sie nicht gewährt wird, dann lasst uns Hoffnung geben- Hoffnung geben auf das, was kommen wird.

Niemandem nutzt es, wenn wir uns selbst für so mächtig und allwissend halten. Haltet euch selbst...nicht für klug, denn eigene Wege- sie machen müde.

Seid gesegnet, wenn auch sehr niedergeschlagen heute.

Zionstochter/Sibylle

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