• sibyllezion

Über die Kunst mit Gott involviert zu sein, ohne vom Pferd zu fallen- über Freundschaft und Glaube.




"Niemand hat größere Liebe als die, dass er sein Leben lässt für seine Freunde." (Johannes 15,13)

"Und ich sage euch auch: Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan." (Lukas 11,9)

"Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der HERR, 9 sondern so viel der Himmel höher ist als die Erde, so sind auch meine Wege höher als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken. 10 Denn gleichwie der Regen und Schnee vom Himmel fällt und nicht wieder dahin zurückkehrt, sondern feuchtet die Erde und macht sie fruchtbar und lässt wachsen, dass sie gibt Samen zu säen und Brot zu essen, 11 so soll das Wort, das aus meinem Munde geht, auch sein: Es wird nicht wieder leer zu mir zurückkommen, sondern wird tun, was mir gefällt, und ihm wird gelingen, wozu ich es sende. " (Jesaja 55,8 ff)


Meine lieben Freunde,


Wenn ich an einen Freund glaube, dann zweifle ich ihn nicht an, egal, ob ich alle seine Entscheidungen verstehe oder nicht.


In dem Moment, in dem ein Freund mir etwas zusichert oder mich um etwas bittet, zögere ich nicht, es zu tun oder daran zu glauben. Selbst wenn ich einen Freund habe, der mich bittet, eine Banane auf die Fensterbank des Nachbarn zu legen und es mir total widersinnig erscheint, werde ich es tun. Warum? Naja, ich glaube an ihn, an unsre Freundschaft, an unsre innere Verbindung. Ich glaube, dass er mich weder betrügt noch in die Irre leiten wird. "Er wird schon seinen Grund haben"- das mag ein schulterzuckender Gedanke sein, der in uns aufblitzt. "Aber spätestens, wenn ich ihn das nächste Mal treffe, wird er mir schon sagen, warum ihm das jetzt wichtig war".


Wenn ein guter Freund, an dessen Freundschaft ich glaube mir sagt, dass er um acht Uhr kommt, um mir beim Streichen meiner Wohnung zu helfen, dann gehe ich sicher davon aus, und verlasse mich darauf. Und das tolle ist: Er wird nicht nur mit Streichzeug, sondern auch noch mit Brötchentüte und einem Lächeln vor der Türe stehen. Weil er mich liebt und weiß, dass ich gerne frühstücke.


Wenn ein guter Freund mir sagt, tu das und das, und ich habe schon oft von seiner Weisheit profitiert, dann werde ich genau das tun, was er sagt. Warum? Weil ich ihm vertraue. Ich kenne ihn. Ich liebe ihn. Wenn es mir total suspekt erscheint, dann werde ich ihn eben fragen, warum ich das tun soll. Und natürlich wird er es mir solange erklären, bis ichs kapiere.


Was mir jedoch nicht einfallen würde, ist, ihn in Frage zu stellen. Wenn ich jemanden in allem Umfang anzweifle, seine Worte permanent auf den Haken untersuche oder noch schlimmer in meinem Sinne verdrehe, dann ist das, was wir haben, wohl kaum noch Freundschaft zu nennen.


Ich glaube, in diesen Punkten sind wir uns einig.


Weiterhin würde es uns wohl kaum einfallen, im Namen unsres Freundes Behauptungen aufzustellen, ohne vorher mit ihm Rücksprache gehalten zu haben, ob das auch okay ist.


Man kann es beruhigt Vertrauensbruch nennen, wenn ich meine Vorteile aus der Position meines Freundes auf diese Weise ziehe. "Ich kenne xy, deswegen darf ich dieses Gebäude betreten. Ich kenne xy, deswegen darf ich auf seine Kreditwürdigkeit anschreiben. Ich kenne xy, deswegen darf ich seinen Namen unter meine Aussage schreiben." Oh wei. Nein, ich glaube, das ist sehr vermessen, und bedarf mindestens mal sein okay. Besser natürlich, wenn er es selbst auf Nachfrage gerne gibt und bestätigt. Selbstverständlich geht man immer das Risiko ein, dass er nein sagt, wenn man ihn fragt, aber besser eine gerade Beziehung zueinander als ein solches Ausnutzen von Freundschaftsprivilegien. Schlimmer wird es nur noch, wenn ich hingehe, und Forderungen an meinen Freund stelle. "Hier, xy, ist meine aktuelle Wunschliste. Erfüll die. Haste ja gesagt. Geh mal shoppen für mich. Ich erwarte die Lieferung von Camp David, Jil Sander und Dior dann am Donnerstag. Bis dann."


Nein, im Leben würden wir niemals so mit einem guten Freund umgehen. Wir würden weder seine Aussagen verdrehen oder uns ungefragt an allem bedienen, was er zu bieten hat. Wenn er zudem immer der Gebende ist, wird er irgendwann resigniert die Schultern zucken. "Was bin ich hier? Eine Wunscherfüllungsmaschine? Vielleicht brauch ich dich auch mal? Aber wenn ich dich anrufe, geht immer die Mailbox dran. Antworten tust du auch nicht. Und wenn du dich dann meldest, freu ich mich, aber es reicht noch nicht mal für ein "Hallo, wie gehts dir? Ich vermisse dich." Nein, es dreht sich wieder alles nur um dich und dein Leben und deine Pläne und was ich für dich tun kann. Super Freundschaft, dankeschön."


Noch etwas gehört unabänderlich zu einer echten Freundschaft: Der Wille, miteinander Zeit zu verbringen und den anderen besser kennenzulernen. Dazu fragt man nach dem anderen. Nichts ist fruchtvoller und belebender als ein Abend mit Freunden, den man in guten Diskussionen und in fröhlich gelassenem Austausch miteinander verbringt. Ist es nicht so? Das Schöne bei Freunden ist: Man muss sich nicht verstellen. Keiner muss das. Und es ist auch nicht so wichtig, ob die Frisur perfekt ist oder die Klamotten,die man trägt, nun 3000 Euro oder 80 Euro gekostet haben. Es geht um das, was wir sind. Wer wir sind. Und um das Erschaffen gemeinsamer Erinnerungen und gemeinsamer Wege, die wir gegangen sind. "Weißt du noch, damals?"

Ich möchte die Gedanken meines Gegenübers verstehen. Und ich möchte von ihm oder ihr lernen, weil sie oder er anders ist als ich. Im allerbesten Falle weiß ich mich gesehen, erkannt und geliebt. Obwohl ich manchmal vielleicht echt kompliziert bin. Aber die besten Freunde sind doch die, die mich neu ausrichten können, die genau wissen, was ich brauche, wenn ich gerade dabei bin, mich selbst zu verlieren.

Und das kostbarste ist: Wir kennen uns. Ich weiß genau, was meine Freunde mögen und was nicht, wofür sie stehen und wofür nicht- und so fühle ich mich sicher mit ihnen. Ich kann sie einschätzen- und ihre Stimme erkenne ich unter hunderten sicher wieder.


Nun.

Jesus- hat gesagt, dass niemand größere Liebe habe als der, der sein Leben niederlegt für seine ....Freunde.

Derselbe Jesus hat zu uns gesagt, dass er bei uns ist alle Tage bis an der Welt Ende und dass er uns nicht verwaist zurücklässt, sondern den Heiligen Geist schickt, der uns an alles erinnert, das er gesagt hat. Ein Stellvertreter sozusagen, immer verfügbar, der die Zeit überbrücken wird, "die kleine Weile, in der wir ihn nicht sehen können", weil er ihn kennt und eins ist mit ihm. Er wird uns lehren, er wird uns führen. Er wird uns erinnern an alles, was Jesus ist. Ja, Himmel, wie soll er das denn tun, wenn er angeblich keine Stimme hat!? Oder eine Superpower ist, die über uns herabfällt und uns zucken lässt, anstatt uns an Jesus zu erinnern?

Nein. Der Heilige Geist ist eine Person. Die dritte Person Gottes, und aus und in ihm leben wir in Jesus.


Glaube, liebe Freunde, ist die feste Annahme, dass etwas so ist, wie es ist. Punkt. Wenn ich an etwas glaube, dann unumstößlich, sonst glaube ich es nicht wirklich. Ich halte es für real. Für richtig, für erstrebenswert und für so wirklich wie die Kaffeemaschine in der Küche. Ich gehe davon aus. Was ich nicht tue, ist es anzweifeln auf Schritt und Tritt und abstrahieren, interpretieren oder verändern.

Da der Heilige Geist eine Person ist, wird er sich nicht anders offenbaren an der einen als an der anderen Stelle. Er wird überall das gleiche bewirken. Er wird sich nicht widersprechen noch Wissen einzelnen offenbaren und anderen vorenthalten. Nein, er wird jeden gemäß seiner eigenen Persönlichkeit ausrüsten und begegnen, aber er selbst ist unveränderlich und für jeden sofort erkennbar, der ihn kennt. Zweifelsfrei und ohne Verwirrung. Denn nichts an seinem Selbstausdruck wird sich verändern. Und da er Gott ist, ist er auch absolut zuverlässig, klar und invasiv. Er sagt nicht etwas und nimmt es zurück. Er kündigt nicht etwas an und lässt es dann den Bach runtergehen. Nein, der Heilige Geist bleibt bei seinen Plänen und was er sagt, geschieht.


Es ist unsre Tendenz heutzutage, Glaube zu etwas schwammigen, selbstbezogenen und interpretierbaren zu machen. Aber wisst ihr, wenn es um Jesus geht- dann sollten wir ihn besser beim Wort nehmen und nicht versuchen, ihn zu reinterpretieren. Vor allem ist es völlig albern, soviel über ihn zu spekulieren. Wenn es um die lebendige Beziehung zum Heiligen Geist geht, also heute auf Impulse zu hören, die von ihm kommen oder an sein Wirken zu glauben, dann haben wir eine wunderbare Check Up Liste, ein Portrait vorliegen in allen Einzelheiten, an dem wir das, was wir wahrnehmen, abgleichen können.



Es nennt sich: Die Bibel.


Hier werden wir mit der Hilfe des Heiligen Geistes sehr schnell erkennen, ob ein Impuls von Jesus kommt oder nicht, denn er hat sehr klar gemacht, was ihm entspricht und was nicht: Haben wir den Impuls, unsre Ehefrau zu verlassen, weil es nicht die von Gott erwählte war ( Helmut Bauer, Wort und Geist), dann ist das nicht Gott. Er hat sehr klar gesagt, wir sollen die Ehe nicht brechen. Er widerspricht sich nicht. Wenn ein Geist weltlichen Reichtum nicht nur verspricht, sondern zur Maxime macht, dann ist das nicht Gott. Wohl hat er in Einzelfällen gesegnet ( Abraham, Salomon, David) , aber man muss schon sehen, dass Jeremia nicht gerade im Geld schwamm und den Israeliten das Manna irgendwann zum Hals raushing. Selbst die Witwe von Sarepta, die Elijah beherbergte ( auf Gottes Befehl hin!). lebte dann nicht in Saus und Braus, sondern mit Öl und Mehl, die nicht ausgingen... Jesus zauberte nicht ein römisches Festgelage bei der Speisung der 5000, sondern forderte indirekt zum Teilen auf, in dem er Brot und Fische aus der Menge in Empfang nahm und segnete. Von einem Fünfgang Menü lesen wir hier....nichts.

Und auch der wirklich witzige Fisch mit der Münze im Maul hatte genau so viel Geld "in sich", dass es zum Zahlen für die Steuer von Petrus und seiner Familie reichte. Extrabonus..eher nicht. Und auch Heilung- wurde von Jesus gewährt, und an anderer Stelle- nicht. Wer also Heilung für alle und alles verspricht, lügt. Jesus hat geheilt, das ist wahr. Und ja, wir sollen beten (bitten!) für die Kranken. Aber nirgendwo finden wir eine Stelle, an der Jesus die Massen geheilt hätte, immer, zuverlässig. Viele ja, viele- nicht. Wir müssen ihn kennen, fragen, ihm vertrauen, auch da, wo wir ihn nicht verstehen. Denn er hat den Plan, nicht wir, und sieht Dinge in unsrer Zukunft, die wir nicht begreifen. Was er aber verspricht, ist totale Wiederherstellung für alle, die er seine Freunde nennt, am Ende aller Tage und am Morgen des ersten, neuen Tages in einer komplett wiederhergestellten, neuen Welt. Was er verspricht, ist bei und mit uns zu sein. Und umso mehr wir darauf vertrauen und es wahrnehmen, desto näher kommen wir ihm.


Wie wir mit Jesus so umgehen, ist echt bedenklich. Ich habe anfangs über Freundschaft geschrieben. Und dass man tut, was ein Freund von einem erbittet. Wieviel mehr sollten wir tun, was unser Retter, Freund und König von uns erbittet? Vielleicht verstehen wir es nicht immer, und vielleicht ist es manchmal auch ganz schön viel verlangt. Aber wir müssen (vielleicht neu oder erstmalig) verstehen, dass Beziehung haben beidseitig ist, dass Jesus weder eine stimmlose Religion darstellt noch unnahbar ist. Natürlich gibt er uns Impulse, allen von uns, jeden Tag. "Schick doch mal einen Bibelvers an..." "Oh, der arme Obdachlose da drüben, es ist so kalt. Ich sollte ihm wenigstens ein warmes Mittagessen besorgen." "Frag sie, wies ihr geht." "Nein, fordere das grade nicht von ihm, der ist echt fertig." "Sprich den Mann dort drüben an und bete für ihn." "Leg die Banane genau an diese Straßenkreuzung, hinterlasse eine Botschaft auf der Bank an der übernächsten Kreuzung. " Wieviele von diesen Impulsen setzen wir um?


Ich kann euch versichern, dass diejenigen, die lernen, ihnen zu folgen, unglaubliche Geschichten der Realität Gottes erleben. Bekehrungen. Gespräche, Wege, die aufgehen. Dankbarkeit. Rückbestätigung. "Ich habe grade Gott gebeten, dass jemand mir ein Mittagessen gibt. Krass, dass du das jetzt gemacht hast".


Ich glaube, dass wir es öfter nicht tun, als dass wir es tun. Und da ist dann noch diese Sache mit der Gebetserhörung:


Wisst ihr, ich finde das Gehampel vor Jesus Thron ist echt oft unerträglich. Fragt ihn doch einfach. Bittet doch einfach. "Jesus, kannst du mich heute nacht bitte in deinen Schutz nehmen? Würdest du bitte diese Situation für mich klären? Jesus, schickst du mir bitte deine Engel? Ich werde attackiert. Jesus, ich verstehe diese Bibelstelle, dieses Gebot nicht. Ich meine, hör mal, ich seh das so: Kannst du mir erklären, warum das so ist?"


Ihr werdet erstaunt sein, wieviel er bereit ist zu geben, verlässlich zu geben, wenn wir ihn nur bitten. Aber es wird um den heißen Brei herumgetanzt, es wird deklariert, es wird proklamiert, beansprucht, .,,,geht..doch einfach zu ihm und fragt ihn, bittet ihn. Und wenn er euch was gibt, dann bedankt euch. Und fragt ihn doch mal diese Woche, ob er euch liebt. "Bitte Jesus, zeig mir, dass du mich liebst. Danke, dass du das tust. Ich brauche wirklich, Jesus, ein wahrnehmbares Zeichen von dir, ich brauche es, gesehen zu sein von dir. " Und dann erwarte auch, dass er es tut und sei offen dafür, sein Zeichen zu empfangen und es zu glauben. Und im Gegenzug frage ihn, was du diese Woche für ihn tun kannst. Und sei bereit, dich unterbrechen zu lassen!


Ich habe das einer Freundin gesagt. Bitte ihn. Frag ihn. Und seither passieren täglich Dinge, die ihr bestätigen, dass sie gesehen ist. Leute kommen und sagen, sie haben den Impuls ihr etwas zu sagen, zu geben, sie zu segnen.


Wisst ihr, es ist doch ganz einfach mit dem, was Jesus tut: Er ist eindeutig. Klar, Praktisch.

Erfahrbar. Hier, bei uns. Nicht in entfernten Himmeln, in die wir reisen sollen. Und wenn Prophetien, Eindrücke nicht wahr werden, wisst ihr- dann sind sie auch nicht von ihm. Wenn wir in Religionen festhängen, sind wir innerlich leer. Für wie echt hältst du Jesus? Ist er für dich so echt, dass ein Sonnenaufgang ein Zeichen seiner Größe und Liebe sein könnte? Ein unerwarteter Scheck sein eingreifen? Ein Meme eine Bestätigung? Oder glaubst du, dass er entfernt ist und sich für dich nicht interessiert? Mit dieser Frage entlasse ich dich in diese Woche.


Sei gesegnet,

Sibylle.


Quellen: Bibelstellen zitiert nach Luther, hier entnommen: www.bibleserver.com

Foto: Pixabay

Lied: "Vom Sein" Samuel Harfst.

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