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Autorität in Christus- Männer und Frauen im geistlichen Kampf





Meine lieben Freunde, liebe Follower

Männliche Autorität ist eine tolle Sache.



In der Tat liebe ich Männer für ihre Entschiedenheit, ihre Klarheit, ihre Nüchternheit in vielen Dingen. Niemand baut ein Haus ohne klare Pläne, und niemand schützt ein Erbe ohne Verteidigung. Die Stärke eines Mannes ist dann extrem anziehend, wenn sie durchtränkt ist von der Liebe und Hingabe Jesu. Es ist Sicherheit, die sie gewähren- die wahren Männer Gottes. Es ist Kraft, die sich für das Gute einsetzt. Es ist Autorität, die sich nicht beweisen muss, sondern natürlich fließt, ohne dominieren zu müssen.


Dennoch ist es so, dass Gott nicht nur ein, sondern zwei Wege gewählt hat, sich auf Erden auszudrücken- durch Männer UND Frauen.


Um zu verstehen, wie sich das auf den geistlichen Kampf auswirkt, müssen wir ein wenig tiefer eintauchen in die unterschiedlichen Gaben, die Männer und Frauen tragen. Denn in der Tat ist es so, dass die beiden Geschlechter unterschiedliche Stärken und Schwächen in sich tragen und sich in ihren Aufträgen unterscheiden.


Bislang ist es breitflächig so, dass Gleichberechtigung damit gleichgesetzt wird, dass Frauen "dasselbe machen können wie Männer". Dem würde ich entschieden widersprechen.


Wir sind anders, und selbst die Hirnforschung hat bereits bewiesen, dass wir nicht in einer "besser/schlechter" Wertigkeit unterschiedlich sind, dass es nicht um wichtiger/unwichtiger oder gar stärker/schwächer Kategorien geht. Nein: Wir haben unterschiedliche Aufgabengebiete, die einander ergänzen. Der größte Fluch der Menschheit ist die Bewertung, die Abwertung von Weiblichkeit als vernachlässigbar und "Fehler".


Der geistliche Kampf ist real. Dämonen existieren, auch, wenn sie sich weit häufiger als nicht als Lichtwesen ausgeben- als Engel, weise Berater, ja, als Christus selbst.


Wenn wir ehrlich sind: Das ist ja zu erwarten!

Luzifer war nicht wirklich erfreut über die Glorie, die andere trugen, und es ist sein absolutes Ziel, insbesondere die, die er hasst bis ins Mark, in die Irre zu führen. Also ist Gaukelei und Fehlleitung der erste Weg, den er wählt- Infiltration und Täuschung.


Das größte Problem, das die christliche Gemeinde meines Erachtens hat, ist die mittelalterliche Dämonendarstellung: Schwefelgestank, Finsternis und höllisches Gelächter, Hässlichkeit und offene Wut, offener Zorn, offener Hass. Doch die Waffen Satans sind viel subtiler.


Um die Auserwählten zu verführen, muss er schon mehr aufbieten: Also kitzelt er das Ego. Vergrößert die Kluft zwischen Männern und Frauen, statt dass die Symbiose ihre volle Kraft entfaltet. Er spielt mit dem ewigen Versprechen, dass wir gottgleich sein werden, und er stellt in Frage, dass wir uns Gott unterordnen müssen. Er verspricht uns Schöpferkraft und Selbstbestimmung. Er macht uns zum Star und wir merken garnicht, wie sehr unser Belohnungssystem und unsere Eitelkeit uns fallen lassen.


"Wir haben Autorität im Namen Jesu!"

Meine Güte, was habe ich mich schon gestritten mit Menschen wegen diesem Satz. Und immer endet es mit der Annahme, dass ich diese Autorität, dieses verborgen sein in Gott rundweg ablehne, um mich wie ein Opferlamm von Satan überrennen zu lassen. Das ist selbstverständlich- nicht wahr.


Der Punkt aber ist, dass man diese Autorisierung Christi richtig verstehen muss, damit sie wirklich effektiv wird. Wenn wir sagen "In Jesu Namen müssen diese Dämonen weichen!" dann sagen wir keine Zauberformel in Selbstherrlichkeit. Wir bekennen den Namen Jesu. In Jesus sind die Dämonen gebunden, sagen wir in Kurzform. In Jesus ist das Leid gebunden, in Jesus ist die Hoffnung, die Kraft, die Stärke, in Jesus sind sie gerichtet. Wenn wir den Fokus verlieren, benehmen wir uns genauso wie jene, die dachten, alleine diese Formel würde ihnen die Macht gewähren, Satan zu befehligen.


Das ist das schlimmste Missverständnis der spirituellen Kampfführung.


Ja, wir verfügen über Autorität in Jesus. Immer genau dann, wenn er sie uns verleiht.

Die Jünger Jesu hatten deshalb eine solch unfassbare Autorität, weil Jesus ihnen diese zuvor erteilte. Er sandte sie aus, die 72, um voraus zu gehen, in Siedlungen Dämonen auszutreiben, Kranke zu heilen, zu segnen, das kommende Königreich zu verkündigen, bevor ER SELBST diese Orte betrat. Hierfür gab er ihnen Vollmacht, die er klar als Auftrag an diesem Tag, zu diesem Zeitpunkt erteilte. Und ja: Erhalten wir solche Aufträge, können wir sicher sein, dass Jesus mit uns ist.


Was es allerdings nicht war, war eine Generalvollmacht. Es war klar angebunden an den Glauben, dass Jesus die Kraft hat, jenen Dämonen zu befehligen, und es war ebenfalls klar angebunden an den Auftrag, den sie als Jünger hatten: Die Verkündigung der Umkehr zu Gott und das Ankündigen des Messias.


Wenn ich- in meiner Position- die Vollmacht habe, Geld an bestimmte Leute zu transferrieren, bedeutet dies nicht, dass ich kreuz und quer Geld nach meinem eigenen Ermessen überweisen darf. Es gibt Regeln, und es muss mit meinem Chef abgesprochen sein- sonst ruiniere ich die Firma. Ziellose Dämonenjagd- übertragen auf die geistliche Kampfführung- ist also nicht unser Auftrag noch das Ziel unseres Glaubens.


Vor einer Weile habe ich ein Buch gelesen, weil mir die Männer/Frauendebatte erstens auf die Nerven und zweitens an die Eingeweide ging. Die Frage, wie ich erklären kann, wie beides zusammenspielt und wie wir miteinander in einen Tanz, in eine Symbiose kommen können, die befruchtet und Frucht bringt, beschäftigt mich schon seit Jahrzehnten.


Ich glaube, dass wir erkennen müssen, was unsere Aufträge sind- und wo die Limitation der Aufträge liegt- sowohl die der Männer als auch die der Frauen. Hierzu ist es nötig, dass wir uns auf Augenhöhe begeben, statt eine Seite überzubetonen, zu feiern- während die andere hinten runter fällt- und das gilt für starres Beharren auf männliche Überlegenheit genauso wie für den christlichen Feminismus- denn beide sind nicht zielführend, massiv anklagend und entwertend, und in nichts davon erkenne ich das Wirken des Heiligen Geistes.


Das Buch, das ich las, war geschrieben von Rabbi Aaron L. Raski, ironischerweise einem ultraorthodoxen Juden. Ultraorthodox- das ist die strengste, konservativste jüdische Richtung, die man einschlagen kann.

Aber dieser Rabbi hat etwas verstanden: Das Zusammenspiel, die unterschiedlichen Stärken und Schwächen der Geschlechter und das Geheimnis der geistlichen Realität hinter den unterschiedlichen Herzen.


Vorab: Der Rabbi betont, dass das Judentum keine Hierarchie im Sinne einer Wertigkeit von Männern und Frauen kennt, ja, dass das Judentum sogar statuiert, dass die Frau in manchen Bereichen klüger sei als der Mann. Er weißt darauf hin, dass Ezer Keneg'do, ein viel zitierter Begriff heute, weder Dienstmagd des Mannes noch ausschließlich ergänzende Hilfe (Seite), dem Mann gegenüberstehend, bedeutet. Er führt aus, dass Ezer Keneg'do eine weitere Bedeutung trägt: "Sich dem Manne entgegenstellend, opponierend". Er sagt, die Frau wird sich dann dem Manne entgegenstellen in klarem Widerstand, wenn dieser die Wege Gottes verlässt.

Weiterhin sagt er, dass im Judentum der Mann die Torah, das Gesetz, die Struktur verkörpert, während die Frau die Auslegung, die Umsetzung und Anwendung im alltäglichen Leben trägt. Sie macht die Gesetze anwendbar, und sie enthüllt das Lebensbringende, das Segnende in den Gesetzen, während Männer eher das Strukturelle, den Fortschritt und das solide Gegründet sein im Wort Gottes verkörpern.


Ein Gesetz aber, dessen Sinn und Leben spendender Sinn nicht verstanden oder gar verworfen wird, in dem die Weiblichkeit abgelehnt wird, wird hart, stur, ungerecht und dominierend. Es wird seines Sinnes beraubt.


Rabbi Aaron L. Raski führt weiter aus, dass der Sabbath weiblich ist. Dass es jüdische Gesetze gibt, die deshalb Frauen nicht auferlegt werden, weil sie den Sabbath selbst verkörpern: Leben, Segen, Erneuerung, Fruchtbarkeit. Wärme, Sinn, Beziehung und Erhalt des sozialen Miteinanders sowie die Hinwendung zu Gott. Sie sind diejenigen, die am Sabbath das erste Opfer bringen, sie sind diejenigen, die den Sabbath als Segen eröffnen, die als erste in die Gegenwart Gottes treten.


Wenn wir das vergleichen mit den Frauen, die als erstes den Auferstandenen, das Leben selbst sehen, kann das schon unseren Atem stocken lassen.


Wir brauchen Strukturen, da beißt die Maus keinen Faden ab. Wir brauchen Regeln, und wir brauchen Männer, die ihre Stärke einsetzen. Wenn ein Mann geheilt ist, nicht toxisch in seinem Verhalten, nicht gewalttätig ist noch aus Unsicherheit seine eigene Autorität ausspielen und rüde durchsetzen muss, dann ist seine Gegenwart eine Trutzburg der Kraft. Seine Klarheit und sein sicheres Bewegen in der Gesellschaft ein Segen für alle. Sie sind gute Könige und Anführer, solche Männer, weil sie das Wohl der Gemeinschaft und das Erreichen des Zieles in den Vordergrund stellen. Sie sind zugewandt und in ihrem Urteil sicher, ohne engstirnig und grausam zu sein. Sie sind Krieger für Gott, bereit, das zu schützen, was ihnen anvertraut ist, gute Verwalter, die eine Gesellschaft erschaffen wollen, in der wir uns sicher bewegen können. Ihr Ziel ist es, ihr Leben zu geben für die Familien, die Kinder, für das Gemeinwohl. Sie unterdrücken nicht und bereichern sich nicht selbst- und doch ist der Kampf fürs Gute etwas, das ihnen Autorität, Handlungskraft und Stärke abverlangen wird.


Frauen füllen mit Sinn, mit Beziehung, und sie werden ihre Stimme erheben, wenn Männer in ihrem Drang nach Strukturen und Fortschritt ungehemmt voranschreiten.


Sie sind in der Tat Männer zurückhaltend, um des Wohles willen. Um der Gerechtigkeit willen. Wenn Männer das Ziel aus den Augen verlieren, dann, wenn sie überrannt werden von ihrer eigenen aggressiven- voranschreitenden Kraft, stehen Frauen auf.

Sie mahnen. Sie sagen: "Das, was du hier erschaffst, Mann, ist nicht mehr in Gottes Plan". "Das, was du erschaffst, kreiert Unterdrückung, verbannt Schönheit, raubt Lebensqualität. Du verlierst den Weg."


Frauen prüfen Gesetze auf Umsetzbarkeit. Auf Anwendbarkeit für die Gemeinschaft, für förderliche Lebensumstände- und auch darauf, ob sie Leid oder Leben bringen- Segen oder Fluch. Und sie stoppen Männer dann, wenn Leid und Fluch beginnen, zu überwiegen. Denn es war und ist seit jeher Aufgabe der Frauen, zu retten, zu segnen, Schönheit aufblühen zu lassen. Zu nähren, Freude und Erholung, Erneuerung in die Herzen zu bringen. Beziehungsnetzwerke zu bauen, und Ungerechtigkeiten zu mildern, anzuklagen und klar zu benennen.


Ungehemmtes Wachstum indes hat innerhalb der Biologie einen klaren Namen: Krebs.

Ungehemmtes Wachstum- wirtschaftlich, geistlich, persönlich wird zwangsläufig zu einem Strom, der alles überflutet, zu einem Orkan, der zerstört, zu einer Dampfwalze, die alles überrennt, was nicht stark genug ist, sich ihm entgegenzustellen.

Es braucht Gleichgewicht- ein Gleichgewicht, dass Andersartigkeit akzeptiert und Aufgaben zusammenfließen lässt: Auf allen Ebenen unseres Seins.


  • Du kannst kein Bild ausmalen, ohne vorher Strukturen zu haben.

  • Du kannst kein Haus einrichten, wenn nicht vorher die Baupläne, das Gerüst und die Mauern erschaffen wurden.

  • Du kannst kein Korn mahlen, wenn es nicht zuvor angebaut wurde.

  • Du kannst kein Kind gebären, wenn es nicht zuvor gezeugt wurde.

  • Doch du kannst auch kein Kind zeugen, ohne dass die, die das Leben schenkt, es empfängt, alles bereitstellt, sich selbst gibt und die Kraft aufbringt, es zu gebären.


Im geistlichen Kampf bedeutet dies, dass Frauen und Männer unterschiedliche Autoritäten tragen, die aber unbedingt zusammengehören:

  • Männer sind die, die das Land schützen, während Frauen Leben hineinsprechen.

  • Männer halten den Feind fern, während Frauen auf das Schlachtfeld rennen und die Verwundeten einsammeln und Fluchtwege eröffnen.

  • Männer befehligen die Truppen, während Frauen in Preschen springen und Tore des Angriffes schließen.

  • Männer verjagen den Feind, Frauen sprechen neues Leben ins verödete Land.

Ja, sicher.

Auch wir Frauen können da, wo wir drohen, überrannt zu werden, Autorität in Christus ergreifen und mit entschiedenem: " Du kommst hier nicht rein!" Dämonen das Fenster vor der Nase zuschlagen und mit dem Hammer auf den Kopf hauen." Aber gedacht- ist es anders.


Was ich mir so sehr wünschen würde, ist, dass der Kampf der Geschlechter in der christlichen Welt einem Miteinander weicht. Dass Menschen erkennen, wie wertvoll die Symbiose ist, wie geistlich relevant die Zusammenarbeit zwischen Männern und Frauen wirklich ist, statt getrennte Kirchenbänke, Gebetstreffen und Themenbereiche weiter zu zementieren.

Ich würde mir wünschen, dass wir einander Respekt zollen, Achtung und Ehre erweisen, denn am Ende des Tages ist der Sieg, die Vollmacht, der große, ewige Plan ohnehin nicht der unsrige, sondern der Gottes.


Ich würde gerne erleben, dass Männer und Frauen anfangen würden, gemeinsam in ihren Aufträgen und Stärken zu beten, ohne dass eine Seite als relevanter als die andere gilt.

Wo zwei Flüsse sich vereinen, entsteht ein großer Strom.


Mögen wir lernen, dass Dämonen nicht mit Gewalt ausgetrieben werden können- nur mit Autorität. Mögen wir lernen, dass da, wo Krieg herrschte, Länder verödet sind und wir Leben sprechen müssen. Und mögen wir einfach mal ausprobieren, was denn eigentlich geschieht, wenn der Mann zuerst die Struktur bringt, und es dann zulässt, dass die Frau sie belebt.


Denn wenn wir immer nur gegen Dämonen kämpfen, haben wir das Land für Jesus nicht wirklich eingenommen, und die Wüste wird nicht zu Eden.


Seid gesegnet, ihr wunderbaren Männer Gottes mit eifrigen, brennenden Herzen und einer Kraft, die wir Frauen schätzen. Ihr dürft befehligen- aber nicht ohne Maß. Hört auf eure Frauen, wenn sie sagen: Hier- verlierst du den Blick für den König, für den du kämpfst. Und lasst uns niemals ein Haus ungeschmückt und ungesäubert lassen, aus dem wir vordem ungebetene Gäste vertrieben haben- unter das Kreuz Christi.


In tiefer Liebe. Möge Jesus Einheit bringen.

Sibylle/Zionstochter.


-Dieser Artikel ist dazu gedacht, die Gemeinden zu erreichen. Ich erlaube ausdrücklich den Gebrauch, die Verbreitung des im Artikel dargestellten Inhalts in Predigten, Podcasts, Konferenzen, Seminaren und Retreats jeder Denomination, einschließlich den neocharismatischen Bewegungen. Die Inhalte fallen unter das deutsche Urheberrecht. Entsprechende Verwendung ist mit entsprechenden, vollständigen Quellenangaben und Urhebernamen zu versehen. Die Nennung meines Namens ist nicht nur erlaubt, sondern obligatorisch. Für weitere Verwendung in Buchprojekten und gewerblicher Nutzung ist auf mich als Urheberin durch entsprechende Quellenangaben zu verweisen. Verkürzte Zitate bedürfen meiner freundlichen, schriftlichen Genehmigung, die ich in der Regel wohlwollend gewähren werde. Prüfung behalte ich mir vor. Für USA gelten andere Regelungen.

Sibylle Töller für www.zionstochter.de -



Literatur: Raskin, Rabbi Aaron L.. Thank You God for Making Me a Woman: Empowering Women in the 21st Century (English Edition) (S.v). Kindle-Version.

Die Bibel in indirekter Zitation.

John & Stasi Eldredge in indirekter Bezugnahme auf die Buchtitel: Wild at heart/ Captivating.

Foto: KI, Pixabay, CallaNegra, thx.

Worship: Erik Nieder, Reignite.

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