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Besonders, kostbar,heil- und die Alltäglichkeit der Welt. Die Bedeutung von Heiligkeit.




"Das Los ist mir gefallen aufs Liebliche; mir ist ein schön Erbteil worden." (Psalm 16,6)


"Sie machten auch das Stirnblatt, den heiligen Kronreif, aus feinem Gold und schrieben darauf wie in ein Siegel geschnitten: »Heilig dem HERRN«. (2.Mose 39,30)



Meine lieben Freunde, liebe geheiligte und gerechtfertigte Frauen Gottes,


Vor vielen Jahren hatten wir über Silvester Besuch. Es war ein besonderer Besuch, ein seltener Besuch, und wir feierten ihn.


Um den Rahmen, das Ambiente der Besonderheit anzupassen, entschlossen wir uns für das Silvesteressen, das es sonst fast ausnahmslos als Familienritual an Weihnachten gibt: Wir entschieden uns für Raclette- und heißen Stein.


Raclette ist in der Tat für uns etwas besonderes, es ist verbunden mit Erinnerungen, mit Heilig Abend, mit Freude und Hoffnung und dem Feiern der Geburt unsres Herrn. Darüber hinaus ist es verbunden mit Zeit, mit Achtsamkeit, mit Ruhe und Begegnung. Das genussvolle, das bewusste Zubereiten, das nicht zwischen Tür und Angel essen, liebevolle Gemeinschaft, kurz: Das achtsame Schätzen des gemeinsamen Mahls steht im Mittelpunkt.

Wir deckten den Tisch, wir öffneten einen guten Rotwein, wir bereiteten Saucen und Dips vor, wir ließen eine Festtafel entstehen als Ausdruck unserer Freude und Dankbarkeit über diesen Besuch.


Aufgrund kultureller Unterschiede jedoch- nahm der Abend einen völlig unerwarteten Verlauf.

Während wir in einer festlich-feierlichen Stimmung waren, verwechselte unser Gast den heißen Stein mit einem Tischgrill und war im Tempo des Wegbratens der Fleischhäppchen nicht zu stoppen. Innerhalb kürzester Zeit war der heiße Stein überladen mit Fisch, Rinderfilet und Hähnchen, und mit einer Mischung zwischen Entsetzen und Amüsement beobachteten wir, wie das vorgeschnittene Fleisch sich auf dem Stein auftürmte- und aus den Schalen verschwand. Es sah garnicht mehr danach aus, als könnten wir achtsam und genußvoll, mit Freude unsre Pfännchen grillen. Er hatte sich sinnbildlich eine schwarze Schürze umgebunden und bereitete in bester maskuliner Manier- ein Barbecue.


Aus etwas uns wertvollem, kostbaren, besonderen wurde innerhalb weniger Minuten eine Profanität, eine Alltäglichkeit, die uns die Schweißperlen auf die Stirn und eine gewisse Hilflosigkeit in die Augen trieb: Wie erklären wir ihm das jetzt, er, der Raclette einfach nicht kennt? Es war die Haltung des "schnell was essen und weiter" und der Wunsch nach gemeinsamer Zeit, Wertschätzung und nun, nennen wir es ruhig nach einem feingeistigen Ambiente, die hier diametral aufeinanderprallten.

Boom!

Wie erklären wir ihm jetzt, wofür das gedacht ist, was wir hier tun? Wir fanden schlussendlich einen guten Weg, und der Abend konnte weitergehen -wie gedacht.


Wenn wir uns das Wort "Heilig" näher anschauen, dann finden wir viele Parallelen zu eben jener Bedeutung, die für uns eine weltliche Handlung wie Raclette hat:


Das Raclette ist abgesondert, es dient einem bestimmten Zweck.

Es wird nicht zwischen Tür und Tor benutzt, sondern zu besonderen Gelegenheiten. Es verletzt auf unbestimmte Weise unsre Gefühle und unseren Sinn für Ästhetik und Wertschätzung, wird es als Tischgrill genutzt- also in einer alltäglichen,weltlichen, eher derben Art, die nahezu nach einer Bierdosen oder Bottleparty schreit.


Nein, es erscheint einfach nicht richtig, so, so, so.. unachtsam damit umzugehen.


Unser Raclette-Ritual ist uns kostbar, besonders:

Es verbindet uns als Familie, es ist verbunden mit Vorfreude: "Morgen ist Heilig Abend, da machen wir wieder Raclette!", es ist etwas, bei dem wir zur Ruhe kommen und über das wir nicht hinwegfegen wie über ein Subway Sandwich oder die schnellen Spaghetti am Mittwoch Abend. Mit der Zeit haben wir einige kleine Veränderungen vorgenommen, aber immer darauf geachtet, dass der Sinn für Feingeist und Schönheit erhalten blieb. Es wird nicht genutzt zum Partymachen, die Baguettes sind selbst gebacken und Dosenpilze kommen da auch nicht auf den Tisch. Nein, es ist uns wertvoll, und es soll mit Wertschätzung und Liebe und Dankbarkeit genutzt werden. Es ist eine Geste unserer Gastfreundschaft, unseres Willens, andere an Schönheit teilhaben zu lassen und mit uns fröhlich vereint zu sein.


Wir alle haben Dinge, bestimmte Tage, ja, auch Gegenstände, die "uns heilig sind".

Die teure Konzertgitarre, die niemals am Lagerfeuer achtlos in die Ecke geworfen werden darf. Die CD-Sammlung, über Jahrzehnte angeschafft und alphabetisch geordnet. Die Lieblingsbücher, die man nur ungern aus der Hand gibt, und bei denen man stinksauer wird, erhält man sie mit Eselsohren zurück. "Du hast es nicht wertgeschätzt, ich habe es dir anvertraut, und du hast es mißachtet." "Ich habe es dir geschenkt, und du hast den Wert nicht erkannt" "Ich habe dir vertraut, und du hast es behandelt, als wäre es absolut wertlos." Was schwerer wiegt als all diese Gegenstände jedoch, so sehr eine Beschädigung uns schmerzen mag, ist das, was wir mit ihnen verbinden. Sie erhalten ihren Wert nicht durch den materiellen, sondern den symbolischen, den geistigen Wert, den die Dinge für uns haben.


Wieviel mehr ist Gott uns heilig!!

"Heilig, heilig, heilig ist der Herr!"


Vollkommen, rein, schön, herrlich, ewig, kostbar, besonders, erhaben, erhebend, wert allen Lobes, wert allen Dankes, wert aller Anbetung. Retter. Heiler. Versorger. Der Sehende, der Allmächtige, der König der Könige, der Erschaffer, der perfekte Vater, der Barmherzige, der Wissende, der Weise Ratgeber. Die Liebe, die niemals endet. Die Gnade, die Güte. Der Herr der himmlischen Heerscharen. Der, der uns liebt. Der, der so atemberaubend herrlich ist, der sich an uns schon so oft all seiner Namen würdig erwiesen hat!



Oh, die einzige Antwort kann nur sein, ihn zu lieben. Doch wie sieht es mit uns aus?

Ja, bestimmte Tage heiligen, das kennen wir. Gott als heilig zu proklamieren, auch das kommt uns leicht über die Lippen.


Aber wir? Wir, die Heiligen Gottes?

Wir, die geheiligt sind durch das Blut Christi? Wir, die wir ihm, Gott, heilig sind? An diesem Punkt beginnen sich die Geister nicht nur zu scheiden, sondern in wilder Missachtung aufeinander einzuschlagen.


"Wir sind nichts! Wir sind Sünder! Wir können froh sein, wenn uns vergeben wird, wir sind Kinder des Teufels! Nichtsnutzig! Unwürdig! Von Grund auf verdorben! Jesus allein ist würdig!"


Nun, ja-das stimmt. Das war so. Vor dem Kreuz.


Als du Jesus Opfer für dich noch nicht angenommen hattest, lebtest du unter der Herrschaft Satans.

Doch bereits damals warst du eine Schöpfung Gottes, und sie als "nichtsnutzig, wertlos, Dreck, Sünde, unwert" zu bezeichnen, ist eine Beleidigung seiner gewollten, geplanten, sehr guten Schöpfung selbst. Es ist nicht Satan, der dich geschaffen hat. Es ist nicht Satan, der dich erschaffen hat, der die Stunde deiner Geburt festlegte, der bestimmt hat, wo du wohnen solltest.

Dein Verhalten und deine Gesinnung, dein Herz war verdunkelt und in falschen Wegen gebunden- verblendet, verhärtet, die Herrlichkeit Gottes nicht sehend.

Du hast ihn nicht begriffen, seine Gnade nicht angenommen. Du hast seine ausgestreckte Hand abgelehnt und ihn zu einem Hirngespinst oder Schlimmerem erklärt. Du saßt auf dem Thron in deinem Leben, du hast bestimmt, was richtig, was falsch, was angemessen ist.

Doch mit der Niederlegung dieses falschen Lebens, wurde deine Sünde von dir abgewaschen. Du wurdest reingewaschen und wiederhergestellt, in Christus, und Christus in dir durch den Heiligen Geist.

Du bist geheiligt und gerechtfertigt, neugeboren in seinem Geist. Du bist ausgesondert und Gottes Volk hinzufügt. Du bist Miterbe Christi, gehörst zur heiligen Priesterschaft und bist berufen, ein lebendiger Brief seiner Herrlichkeit, Gnade und Liebe zu sein. Du wirst geheiligt, und heiligst dich nicht selbst. Du wirst Tag für Tag durch den Heiligen Geist in dir verwandelt und gereinigt, gefüllt und in Besitz genommen. Du bist der Tempel Gottes, es hat ihm gefallen, in dir zu leben und durch dich zu wirken. DAS ist deine neue Identität. Und ja, sie ist geschenkt, aber sie ist unverrückbar als letzte Antwort in dich gelegt.


Das ist die Gnade Gottes.


"Ihr sollt heilig sein, wie ich heilig bin"

"Ihr sollt besonders sein. Ihr sollt kostbar sein. Ihr sollt rein sein, ihr sollt wertvoll sein. Ihr sollt einen Unterschied machen zur Welt mit ihrer Derbheit, ihren stumpfen Sinne, ihrer Härte, ihrer Schnelllebigkeit. Ihr sollt Menschen sein, durch die es leichter wird, an mich zu glauben. Ihr sollt mich reflektieren in meiner rettenden, heilenden, nährenden, versorgenden, erhabenen und erhebenden Natur, in meiner Vollkommenheit der Liebe. Ihr sollt ein Quell der Hoffnung werden für andere. Ihr sollt mich reflektieren, wie ich bin."


Wir sind teuer erkauft, wir sind nicht von der Resterampe für wenige Cents erworben. Wir sind keine Pappbecher, sondern Kristallgläser, wir sind keine Spareribs, wir sind Rinderfilet.


Wenn du deinen Mitchristen ansiehst, siehst du dann, wie wertvoll er oder sie Gott ist?

Siehst du das Kristallglas oder beschuldigst du ihn, ein billiger to go Becher zu sein? Verhöhnst du Gottes Kind als unwert, als dreckig, unrein, als ein Nichts- oder siehst du den Wert, die Heiligkeit, die -als Geschenk der Gnade- als neue Identität in ihn hineingelegt wurde? Wie in dich?


Du bist Gott kostbar, wertvoll, besonders. Er gibt dich nicht gerne aus der Hand, und wenn er dich anvertraut, dann erwartet er, dass du mit Sorgfalt, Feinsinn und tiefer Achtung behandelt wirst. Er hütet dich wie seinen Augapfel, beschützt und formt dich mit unendlicher Sorgfalt. Wirst du nicht gut behandelt, herabgewürdigt und verletzt, so ist er zornig, traurig, denn dein Wert ist der Wert Christi. Gott vergisst niemals, was es ihn gekostet hat, dich zu seinem persönlichen Eigentum zu machen. Es hat ihn alles gekostet. Wenn er dich betrachtet, dann sieht er dich in deiner Endversion, in der Vollkommenheit, zu der du hin verändert werden wirst. Du bist ihm heilig.


Ich wette, dass du wertvoll bist, kostbar, einzigartig, besonders, erwählt, eine Freude, etwas, das man schützen will- das hast du selten gehört. Es zu verstehen, aufzublühen in dieser Liebe und zum Lob Gottes, das ist das Ziel der Heiligung.


Denn unser Gott ist heilig. Wunderrat, Friedefürst. Heiler, Versorger, Vater, Retter, König, Herrlich, wunderschön und ...die Liebe.


Heiligung, der Weg, zu dem wir berufen sind, ist das Erkennen, das Verstehen und das Staunen über Gottes Vollkommenheit. Es ist das Annehmen des neuen Wertes,und das Ablegen aller Wege, die profan, derb, verachtend, plump, triebgesteuert und selbsterhöhend sind. Das Annehmen unsres Wertes und das Ablegen aller Rebellion, aller Selbstverachtung, Anklage und Verdammnis von Gottes Schöpfung.


Es ist ein leiser Weg. Es ist ein langer Weg. Es ist ein gesegneter Weg. Auf dem wir lernen, dass Raclette kein Tischgrill ist. Wir werden es. Das hat der Vollender unsres Glaubens uns versprochen. Und so lange kann Verstehen, ein bisschen Humor und Erklären sehr hilfreich sein.


Poesie – griechisch „ποίησις“ (poiēsis) heißt „Schöpfung“, das „Schaffen“. Ein Kunstwerk Gottes, mit aller Tiefe, die man nur ergründet, wenn man sich die Zeit nimmt, es zu ergründen und mit allen Sinnen zu begreifen.


Ein Poem Gottes bist du. Schöner kann man es wohl kaum sagen.


Heilig bist du, Herr.


Seid gesegnet,

Sibylle/ Zionstochter


Wöchentliche Impulse zu diesem Artikel findet ihr wie immer auf der Facebooksseite https://www.facebook.com/Sibyllezion und der zugehörigen Facebook Community Zionstochter. Neues Herz. Neuer Geist. Neues Leben.



Dieser Artikel gehört zur Artikelreihe begleitend und vorbereitend zur Zionstochter Zoom-online-Studie "Werden, wie du mich siehst" Stacy (Stasi) Eldredge , 08/22-10/22. Näheres hierzu auf dieser Homepage und auf der Fb Zionstochter-Seite. -


Quellen: Die Bibel, Luther Übersetzung, hier https://www.bibleserver.com

Heiligkeit Wortbedeutung : Wikipedia, Übersetzung Urtext,

https://www.sonntagsblatt.de/artikel/glaube/was-das-wort-heilig-bedeutet

Griechische Wortbedeutung Schöpfung: https://kkg-herrenberg.drs.de/fileadmin/user_files/73/Bilder/Gemeinde/Die_Welt_als_Gottes_Wortschoepfung_Fastenimpuls_Jacob-2017.pdf

Foto: Pixa

Lobpreis: "Psalm 1" Sons of Korah






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