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Der Strom des Lebens- über das Anvertrauen

Aktualisiert: 30. Aug.




"Deshalb knie ich vor Gott nieder und bete zu ihm. Er ist der Vater,
15 der alle Wesen[9] in der himmlischen und in der irdischen Welt beim Namen gerufen hat und am Leben erhält.
16 Ich bitte ihn, dass er euch aus dem Reichtum seiner Herrlichkeit beschenkt und euch durch seinen Geist innerlich stark macht.
17 Ich bitte ihn, dass Christus durch den Glauben in euch lebt und ihr fest in seiner Liebe wurzelt und auf sie gegründet seid.
18 Ich bitte ihn, dass ihr zusammen mit der ganzen Gemeinschaft der Glaubenden[10] begreifen lernt, wie unermesslich reich euch Gott beschenkt.[11]
19 Ihr sollt die Liebe erkennen, die Christus zu uns hat und die alle Erkenntnis übersteigt. So werdet ihr immer umfassender Anteil bekommen an der ganzen Fülle des Lebens mit Gott.[12]
20 Gott kann unendlich viel mehr an uns tun, als wir jemals von ihm erbitten oder uns ausdenken können. So mächtig ist die Kraft, mit der er in uns wirkt.
21 Ihm gehört die Ehre in der Gemeinde und durch Jesus Christus in allen Generationen, für Zeit und Ewigkeit! Amen. "(Epheser 3, 14 ff)

" Doch Segen soll über alle kommen, die allein auf mich, den Herrn, ihr Vertrauen setzen!
8 Sie sind wie Bäume, die am Wasser stehen und ihre Wurzeln zum Bach hin ausstrecken. Sie fürchten nicht die glühende Hitze; ihr Laub bleibt grün und frisch. Selbst wenn der Regen ausbleibt, leiden sie keine Not. Nie hören sie auf, Frucht zu tragen" (Jeremia 17,7)



"Ich bin ganz sicher: Gott wird das gute Werk, das er bei euch angefangen hat, auch vollenden bis zu dem Tag, an dem Jesus Christus kommt." (Philipper, 1,6)



Meine lieben Freunde, liebe Frauen,


wenn ich auf die Artikel in den letzten Wochen zurückblicke, zeigt sich eine Vielfalt von Themen, die jedoch alle in sich zusammengehören.


Die eigene Identität. Was ist das denn eigentlich, die "Hoffnung der Herrlichkeit?"

Was bedeutet es denn, dass ich "der Erblinie Jesu hinzugefügt bin?"

Warum schreibt Paulus denn eigentlich, "Er hat uns schon geliebt, als wir noch Sünder waren und nicht: "Obwohl wir Sünder sind?"


Was ist Heiligkeit, was ist denn eigentlich das: "Heilig dem Herrn, das, wie in Jesaja 44,5 geschriebene "Dem Herrn eigen"?


Ist es Identitätsverlust oder Identitätsfindung? Darf ich als Christ ein gesundes Selbstbewusstsein haben, wo verorte ich mich- und warum schlagen denn alle eigentlich immer aufeinander ein? War da nicht ein Liebesgebot?


Wo muss ich mich ermahnen lassen, von wem- und mit welchem Ziel? Was heißt es, vom Heiligen Geist überführt zu werden? Und ist mein Heil mir eigentlich sicher?


Lebensübergabe. Identität in Christus. Zwischen den Welten stehen- nicht mehr hier zugehörig- und noch nicht da. Ein Christ lebt im Wandel, in der Veränderung hin zur Christusähnlichkeit- zwischen dieser Welt und der Nächsten.


John Eldredge hat mal gesagt, dass der menschliche Verstand mit Ungewissheit nicht umgehen kann. Unberechenbarkeit, Ungewissheit ist eine Tortur für alle menschliche Erkenntnis und Weisheit, die relativ schnell am Ende ist, wenn das Chaos unsres Lebens wieder mal überbordend ist. Und zur Zeit scheint zu allem Überfluss auch noch die ganze Welt ins Chaos zu reiten, inklusive der christlichen Szene.


Eine tiefe Verunsicherung begegnet mir, wenn wir darüber reden, wer wir in Christus sind. Schnell wird wieder in seichtere Gewässer abgebogen, denn es ist doch viel sicherer, einfach Regeln zu befolgen, anstatt Paulus' offensichtlicher und unerschütterlicher Hoffnung und Begeisterung, die er ausstrahlt. Über die er schreibt. Das, so verwerfen wir es in unserem eigenen Chaos schnell, war dem Umstand geschuldet, dass da Zeitzeugen waren- Petrus, Jakobus, Jesu Mutter. Seine Brüder. Ja, die kannten ihn, die wussten noch genau, wie er war. Klar waren die begeistert, klar waren die eingenommen von diesem Eindruck Gottes auf Erden.

Aber wir? 2000 Jahre später? Und wären sie wirklich noch so feurig gewesen, hätten sie geahnt, wie lange, wie endlos lange es dauern würde, bis Jesus wiederkommt?

Für uns gilt das nicht mehr- so diejenigen, die sich aus dem unzureichend einzuordnenden Chaos zurück in die geordneten Verhältnisse der Religiösität zurückziehen.


Dazu kommt zunehmende Lehrverwirrung. Trinität wird abgestritten, das mosaische Gesetz in den Vordergrund gerückt oder Hypergrace Gottesdienste zu einer sensationellen, Pink Floyd würdigen Show, bei der selbsternannte Propheten auftreten wie Superstars, um das aufzuführen, das man auch im Astrochannel sehen kann: Diesselbe Wortwahl, diesselbe Botschaft, diesselbe Weissagerei. Und seien wir doch mal ehrlich: Das alles so wischiwaschi, dass es auf alles oder nichts zutreffen könnte. Spende für deinen Seelenfrieden!


Oha.


Und als ob das noch nicht genug wäre, ist das Konzept, das dieser Glaubensverwirrung Einhalt gebieten soll, noch wirrer:


Wir begegnen einer Spirituellen Kampfführung, die mehr an einen guten The Elder Scrolls Titel oder Online-Rollenspiele erinnert, mit ihren Dämonenportalen und den Himmelsportalen in wahlweise grün, gelb oder rot, aus denen Salbungsmäntel herauspurzeln, in welcher Farbe auch immer. Bessere Rüstung! Endgame Loot! Dein Schwert des Wortes braucht eine neue Edition! Und die Salbung des Heiligen Geistes hat sich auch abgenutzt, hier ist frische Salbung für dich!" Jeder Videogamer wird schmunzeln und denken: "Ja, dein Stamina ist aufgebraucht, und Mana musst du auch mal wieder nachfüllen, also reise zu den sich selbst öffnenden Portalen und besiege die Gegner, die droppen dann die Beute- aber bitte formiere vorher noch einen Raid."



Und der Heilige Geist? Wo ist der? Ist er nun unsere innere Haltung gegenüber Gott, eine dienende Superkraft, dasselbe wie universelle Lebensenergie oder die " dritte Person Gottes?" Nun. Er ist Gott, Freunde. Gottes Präsenz in eurem Leben, in euch, ihr seid versiegelt in ihm. Weder ist er ein menschlicher Geisteszustand noch ist er eine magische Zauberkraft! Er ist der alleinige, dreieinige Gott.


Hast du noch Kapazitäten frei, lieber Freund, liebe Freundin? Oder bist du schon vom Lesen nur erschöpft? Denn, es tut mir so leid, aber...



Zusätzlich werden wir mit Nachrichten zugebombt.

Schreckensnachrichten: Dürre, Inflation, Krieg, kaum, dass Corona seinen Siegeszug angetreten hatte. Haben wir schon wieder Luft geholt? Von den Impfdiskussionen, der Angst, der Bedrohung, der ausbrechenden und aufbrechenden Feindseligkeit in Social Media, unserer Gesellschaft und zwischen vermeintlich guten Freunden?



Und jetzt, aktuell- was denn noch?


Wirtschaftliche Zusammenbrüche, steigende Rohstoffpreise und der Drang, die eigene, kleine Welt irgendwie noch zusammenzuhalten, in einer Atmosphäre der Angst und der Überforderung. Und wenn es durch den Kauf von ausreichend Wärmflaschen und Wolldecken ist, um Heizkosten zu sparen. Und eine Spielesammlung wäre vielleicht auch ganz gut, damit der steigende Strompreis irgendwie abgefangen werden kann.


Es ist ja auch nicht so, dass die Alltagswelt mit ihren Ansprüchen auf diese Reizüberflutung Rücksicht nehmen würde: Die Arbeitswoche geht dennoch weiter. Der Haushalt, die Kindeserziehung, die Pflege Angehöriger. Die Ehekrisen, die Gemeindeverpflichtungen, die Sozialkontakte und die Steuererklärung. Menschen werden weiterhin krank, Ehen scheitern, Todesfälle crashen Existenzen. Das persönliche Drama in all den Dramen- es bleibt.


Wie geht es deinem Herzen? Wenn du mal ehrlich bist zu dir:

Wie geht es dir gerade?

Verwirrt?

Unglücklich?

Sehnst du dich nach früheren Zeiten?

Denkst du: Was kommt denn jetzt noch?

Wie laut ist dein Schrei nach Jesus und nach Durchblick? Wo ist dein Herz?



Wir müssen schon sehr blind sein, um nicht zu sehen, wohin uns diese Zeit führt.

Wir müssen schon sehr taub sein, um nicht zu hören, dass die warnende Stimme Jesu in uns Einhalt gebietet und in seine Gegenwart ruft.

Wir müssen schon sehr abgebrüht und verschlossen sein, wenn wir nicht einräumen, in dieser Zeit einfach erschöpft zu sein.


Und dann noch Bibellesen? Dann noch ne Studie, dann noch Seelsorge, dann noch beten? Am Ende noch...für andere? Wenn man doch kaum noch Luft hat, ein Stoßgebet zum Himmel zu seufzen?


Gnade. Liebe Geschwister: Gnade uns allen. Frieden uns allen.


Konflikte und aggressive Diskussionen, Radikalisierungen und Hexenjagd aufeinander treten immer dann auf, wenn Umbrüche bevorstehen. Die Umbrüche, die wir zur Zeit sehen, hat Jesus uns angekündigt. Hunger. Inflation. Das permanente Hören von weltweiten Unglücken, Kriegen und Krisen. Er sagte, wir sollen unser Herz davon "nicht erschrecken lassen"


Haben wir eine Wahl? Ja, die haben wir.


In all diesem Chaos gibt es eine unerschöpfliche Quelle, eine Quelle des Zuspruches und der Nähe. Es ist die Liebe Gottes, und es ist das Wissen, dass er - trotz allem, was wir sehen- immer noch in Kontrolle ist. Dass er uns ruft, uns nachgeht. Und dass der Vorhang zum Allerheiligsten zerrissen ist. In ihm zu ruhen, über sein Wort nachzudenken, es zu verinnerlichen, oder, wie Psalm 1 es nennt, "zu meditieren", es als an uns persönlich gerichtet anzunehmen- nicht nur als Rezeptbuch, sondern als Quelle von Zuspruch, Heilung, Ausrichtung und als Wasser des Lebens, als: "Ich kann nicht mehr, Papa, bitte, stärke mich!" ist das Gebot der Stunde. Komm zur Ruhe und gib ab. Gib ihm all das, und steige aus aus diesem ewigen Mühlrad- für einige Minuten. Fokussiere dich auf Gott und bitte ihn um einen Frieden, den du selbst in dir nicht finden kannst. Nur er und du. Bis die Stimmen leiser werden. Die Meinungen. Der Streit.

Wirf all deine Sorgen und Nöte auf ihn.

Wirf sie auf ihn, lege sie nicht verschämt vor sein Kreuz. Zeig dich ihm! Gib ihm deine Sorge um die Stromrechnung, um das Heizöl, die ständig steigenden Preise. Gib ihm deinen Ärger, deinen Frust, deine Wut, deine Angst. Und bitte ihn, dich zu füllen: Mit Hoffnung, mit Stärke, mit Freude, mit Liebe- und mit Frieden.


Wir alle gehen durch eine schwere Zeit.


Es nützt nichts, wie Vogel Strauß den Kopf in den Sand zu stecken. Es hilft auch nichts, die Überforderung mit noch mehr Geschäftigkeit und noch mehr Selbstdisziplin zu betäuben.

Nein. Wir haben Bedrängnis. Wir haben Furcht. Wir liegen blank.

Aber: Da ist Hoffnung. Da ist eine Quelle. Er wird uns schon durchbringen, wisst ihr.


Egal, ob wir Pfingstler sind oder Baptisten. Egal, ob wir Brüder sind oder Evangelen. Egal, ob wir gerade fest im Sattel sitzen oder wanken. Wir müssen zu ihm rufen. Jesus, hilf. Jesus, komm. Jesus, du, nicht ich. Jesus, du durch mich. Jesus, ich brauch dich. Ich lobe dich. Ich liebe dich. Ich preise dich, denn ich weiß, du hältst den Sieg! Gemeinsam. Füreinander.


Mögen wir also Gnade finden füreinander, Ausrichtung auf ihn, und Freude auf das, was kommt. Denn wisst ihr: Die Wahrheit ist doch, dass, wenn wir diese Welt über alles lieben, wenn wir uns in ihr häuslich einrichten, seine Wiederkehr ein Albtraum wäre. Nein. Es muss ungemütlich sein an einem Ort, damit wir gehen. Damit wir loslassen.

Fangen wir damit an, in seine Arme zu laufen. Er bringt dich da durch. Ganz sicher.

Aber überlass ihm die Führung. Und schenk ihm deine Zeit.

Wir reden von Jesus Christus von Nazareth, wir reden von unsrem Gott. Gib ihm dein Herz. Was der Welt gehört, bleibt der Welt. Mögen wir dem Erbe entgegenlaufen, das er für uns hat.


Herr, komm bald.


Seid gesegnet. Mit dem Frieden, der allen Verstand übersteigt. He's got the whole world...in his hands.

Und er ruft dich beim Namen.


Sibylle/Zionstochter.


Quellen:

Die Bibel. Gute Nachricht Übersetzung. Zitiert nach: www.bibleserver.com

Inspiriert von/ in Übereinstimmung mit: John Eldredge (ed.) Resilient. Restoring Your Weary Soul in These Turbulent Times, Audio Book (extended), June 2022, Thomas Nelson.

Foto: Mit Dank an jamie_nakamura, Pixabay

Song: "End Roller"- Peter Gregson.



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