• sibyllezion

Gott beständig vor Augen haben- Achtsamkeit und Akzeptanz von Gottes Souveränität.




"Ich habe den HERRN stets vor Augen[5]; weil er zu meiner Rechten ist, werde ich nicht wanken. 9 Darum freut sich mein Herz und jauchzt meine Seele[6]. Auch mein Fleisch wird in Sicherheit ruhen. 10 Denn mein Leben wirst du dem Scheol nicht lassen, wirst nicht zugeben, dass dein Frommer die Grube sieht. 11 Du wirst mir kundtun den Weg des Lebens; Fülle von Freuden ist vor deinem Angesicht, Lieblichkeiten in deiner Rechten immerdar." ( Psalm 16,8)

"Eine kleine Erhebung des Herzens genügt; ein kleines Gedenken an Gott, ein innerer Akt der Anbetung, auch wenn er auf dem Marsch und mit dem Schwert in der Hand gesprochen wird, sind Gebete, die, so kurz sie auch sein mögen, Gott doch sehr wohlgefällig sind, und weit davon entfernt, dem Soldaten in den gefährlichsten Situationen den Mut zu nehmen, sondern ihn eher zu stärken. Er soll dann so oft wie möglich an Gott denken, damit er sich allmählich an diese kleine, aber heilige Übung gewöhnt; niemand wird es bemerken, und nichts ist leichter, als diese kleinen Akte der inneren Anbetung während des Tages oft zu wiederholen." 

(The Practise of the Presence of God, Brother Lawrence). 


"Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch! 5 Eure Güte lasst kund sein allen Menschen! Der Herr ist nahe! 6 Sorgt euch um nichts, sondern in allen Dingen lasst eure Bitten in Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kundwerden! 7 Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, wird eure Herzen und Sinne bewahren in Christus Jesus.[1] 8 Weiter, Brüder und Schwestern: Was wahrhaftig ist, was ehrbar, was gerecht, was rein, was liebenswert, was einen guten Ruf hat, sei es eine Tugend, sei es ein Lob – darauf seid bedacht! 9 Was ihr gelernt und empfangen und gehört und gesehen habt an mir, das tut; so wird der Gott des Friedens mit euch sein." (Philipper 4,4 ff)


Meine lieben Freunde, liebe Frauen Gottes,


"Ich habe den Herrn beständig vor Augen"- und das tut auch bitter not in einer Zeit, in der von allen Seiten die Kriegschreie ertönen. Gerade ist es leicht, in falsche Fahrwasser zu geraten.


Das Stresslevel ist hoch in der christlichen Gemeinde, die im Umbruch ist- und in keinem friedvollen Prozess, sondern in einem, der sich nur als Spaltung beschreiben lässt. Christlicher Nationalismus, NAR und das Errichten wollen von Gottesstaaten, verkappter Rassismus und Gelddominanz. Empörter Widerstand gegen Irrlehren, und Irrlehren, die Wahrheiten als Irrlehren darstellen. Krieg, Streit, Gebrüll, gewetzte Waffen und eine Gemeinde, die sich aufmischen lässt von Satan, völlig mit sich selbst- und wenig mit Jesus beschäftigt. Nein, es ist keine einfache Zeit, um Christ zu sein.


Mein langer, christlicher Weg ist so unkonventionell wie die Tatsache, dass ich in meinem Leben unzählige Male umgezogen bin.


Von Natur aus neugierig, wahrheitssuchend, überzeugt, dass sich die Wahrheit Gottes am Ende immer durchsetzen muss, immer wahr bleiben muss, auch, wenn sich alles gegen sie zu stellen scheint, beanspruche ich, frei zu sein. Ich beanspruche das, was wenige beanspruchen und so viele überlesen: Dass der Heilige Geist unser Lehrer ist, nicht ein Mensch, ein Leiter, eine Denomination. Ich beanspruche das größere Bild, den größeren Gott, die größere Gemeinde als mein Zuhause.


Oft, sehr oft staune ich über die langsame Präzision, mit der Gott auf sein Ziel der endgültigen Erkenntnis seiner selbst hinarbeitet- durch Jahrtausende, startend in einem kleinen Garten Eden in Mesopotamien, mit einer kleinen Volksgruppe hin zu Christus und die angebotene Versöhnung zum Ziel, andere Völker hinzuzufügen, sodass sich am Ende alle Knie vor ihm beugen in Bewunderung, Ehrfurcht und Liebe. Der Weg selbst: So lang, so facettenreich, so unumstösslich, so verschlungen und sich selbst bestätigend, so souverän, dass wir, die wir nur einen kleinen Ausschnitt sehen, diese Größe nicht begreifen können.


Wo sind sie, die Götter, die neben JHWE für so viel Tumult sorgten, wo sind sie, die Baalpriester vom Berg Karmel? Wo sind sie, die babylonischen Gottheiten, Apollon, Thor und die keltische Göttin, wo Erdmutter Gaia?

Vergessene Legenden sind sie, tote Götzen, während der Name JHWEs und der seines Sohnes Jesus Christus bis heute Bestand haben. Die kleine, unbedeutende Sekte der Apostelgeschichte, verfolgt von den Pharisäern und den Römern, sie zählt heute mehr als 2,1 Milliarden Mitglieder- ohne das Judentum mit einzurechnen.


Unbeirrbar geht Gott seinen Weg. Souverän und allmächtig. Erhaben und mit stoischer Ruhe fällt nichts aus seiner Bahn, während Weltreiche versinken und Überzeugungen wanken. "Ich bin"- sagt der himmlische Vater. Unumstösslich, wahr sind seine Prinzipien gesetzt, unweigerlich wird alles weichen außer seiner Gnade ( Jesaja 54,10)


Wir verlieren uns dagegen oft. Wir, in unserer Begrenztheit, wir sehen, was vor unseren Füßen liegt. Wie eine Mücke zum Elefanten wird, so türmen sich unsere Probleme vor uns auf. Wie drohende Schatten erheben sich all die Irrlehren, all die innergemeindlichen Konflikte, wie tosende Wellen erschlagen uns die Ereignisse unseres Lebens. Wir empören uns über die "Gottlosen", über die, die als falsche Propheten auftreten,fürchten um das Seelenheil derer, die wir lieben.


Währenddessen erhebt der ewige, erstgeborene Sohn und Hohepriester Jesus Christus, die rechte Hand des Vaters, in alle Ewigkeit Fürbitte für uns. Er verbürgt sich für uns, die wir nur den kleinen Bruchteil sehen der Geschichte dieser Welt und ihres Endes-und des finalen Triumphes des einzig wahren Gottes. In diesem Augenblick leistet der ewige Jesus Christus Fürbitte für dich. Und sein Wort hat das höchste Gewicht.


Wir wollen Gott gezähmt, greifbar und berechenbar.

Unsere Wahrnehmung kann seine Ewigkeit nicht fassen. Seine Zeitspannen, seine Dimensionen. Und so streiten wir darüber, ob es darum geht, ihn zu erkennen und zu erfahren oder darum, nach seinen Prinzipien und Ordnungen zu leben.


"Ich habe den Herrn beständig vor Augen"


Dieser Satz spielt im Judentum eine zentrale Rolle. Warum?


Weil alle Gesetze und Vorschriften, die die Juden in so akribischer Weise bis heute befolgen, genau dieses Ziel hatten und bis heute haben: Gott durch den Tag und im Profanen, Alltäglichen nicht zu vergessen. Ihm alles zu geben und zu weihen. Jeder Aspekt des Lebens ist verknüpft mit der Präsenz Gottes, dem Innehalten und dem Anbeten in Ehrfurcht. Es ist ein Streben nach Gemeinschaft mit Gott, durch den ganzen Tag hindurch.


Paulus sagte, dass das Gesetz nicht böse sei, sondern dazu diene, dass wir erkennen, dass wir das nicht aus eigener Kraft schaffen. Wir schaffen es nicht, Gott im Laufe des Tages nicht zu vergessen. Wir schaffen es nicht, das Gute zu suchen und die Moral Gottes, seine guten Gesetze, seine guten Ordnungen zum Maßstab aller Dinge zu machen. Gesetze, die wir befolgen- irgendwann befolgen wir sie als Automatismus. Wir murmeln Worte, ohne sie zu fühlen. Wir machen Bibellesen zu einer Pflichtübung, das ritualisierte Gebet wird "heruntergeleiert", während wir mit gierigen Blicken schon mit dem Herzen beim Essen sind. Wir bringen lästige Pflichten hinter uns, aber unser Herz ist verhärtet und voll mit unseren eigenen Meinungen, Kämpfen, Sorgen, unserer politischen Position, Machtstreben, unserer Unruhe, unsrem Streben- und unserer Sucht danach, alles in gut und schlecht zu bewerten- und damit Krieg, Leid, Spaltung und Hass zu verbreiten. Die Frucht des Baums der Erkenntnis wurde gegessen von Geschöpfen, die mit seiner Macht nicht umgehen können.


Jesus erfüllte das Gesetz für uns am Kreuz.

Jesus befreite uns vom Gesetz, der Verordnung, dem "unrein" sein. Was er jedoch nicht tat, ist, uns von der Herzenssehnsucht nach Gott zu befreien, davon, ihn kennen und erfahren zu wollen und in Wort und Tat zu verkörpern, dass wir zu ihm gehören. Nein, das Befolgen von Ge- und Verboten ohne Sinn und Verstand verheißt uns keine Freiheit, sondern Druck, Verpflichtung und zeigt uns unser Scheitern. Wahre Anbetung, wahres Folgen wird nur dort zu einer Herzenshaltung, wo wir frei sind zu wählen, in welchen Wegen wir es tun- und dort, wo wir Gott seine Vollmacht wieder in die Hand legen und uns ihm anvertrauen.


"Ich habe Gott beständig vor Augen"


Es heißt, alles, was wir tun, in Bewunderung und Dankbarkeit zu tun. Wir leben ihm. Wir folgen ihm. Wir erkennen ihn. Wir studieren ihn. Wir lieben unsere Geschwister, die ihn ebenso suchen. Wir meditieren über sein Wort Tag und Nacht. Wir staunen über seine Größe und vertrauen darauf, dass der, der all das seit Jahrtausenden in sicheren Händen hält, auch uns in sicheren Wegen leiten kann.



"20 Nun aber ist Christus auferweckt von den Toten als Erstling unter denen, die entschlafen sind. 21 Denn da durch einen Menschen der Tod gekommen ist, so kommt auch durch einen Menschen die Auferstehung der Toten. 22 Denn wie in Adam alle sterben, so werden in Christus alle lebendig gemacht werden. 23 Ein jeder aber in der für ihn bestimmten Ordnung: als Erstling Christus; danach die Christus angehören, wenn er kommen wird; 24 danach das Ende, wenn er das Reich Gott, dem Vater, übergeben wird, nachdem er vernichtet hat alle Herrschaft und alle Macht und Gewalt. 25 Denn er muss herrschen, bis Gott »alle Feinde unter seine Füße gelegt hat« 26 Der letzte Feind, der vernichtet wird, ist der Tod. 27 Denn »alles hat er unter seine Füße getan« Wenn es aber heißt, alles sei ihm unterworfen, so ist offenbar, dass der ausgenommen ist, der ihm alles unterworfen hat. (1.Korinther 15,20 ff)



Wir dürfen uns darauf verlassen, dass Gott selbst es sein wird, der Christus seine Feinde unter die Füße legt. Der Vater selbst wird es tun.


Mögen wir das tun, was Jesus uns befohlen hat:


Mögen wir einander wertschätzen, dienen, lieben, ermutigen, mögen wir den anderen höher achten als uns selbst, mögen wir den Armen kleiden, den Verwundeten verbinden, den Gefangenen besuchen, den Kranken die Hände auflegen. Mögen wir die gute Botschaft verbreiten, dass der Sieg am Kreuz errungen ist und dass er wiederkommt, dass der Vorhang zum Allerheiligsten zerrissen und die Torhüter entmachtet sind. Denn wir leben nur eine kleine Weile. Wir sind ein Mosaiksteinchen in einem Kunstwerk, das größer ist, als wir es begreifen können. Doch dieses Mosaiksteinchen, das wir sind: Es ist wichtig für das große Bild. Es hat einen Platz neben anderen. Und wohin es gehört, welche Farbe es hat und welche Form, was es braucht, um die richtige Form zu erhalten und was abgeschliffen werden muss, damit es passt- das sieht nur einer alleine- und das ist Gott selbst.


Wenn wir in diesem Bewusstsein leben, werden aus Elefanten wieder Mücken, werden riesige Dämonen kleine, unbedeutende Skorpione, auf die wir treten können.Unser Vater ist ewig- souverän und allgegenwärtig. Er ist Liebe, und durch Christus sind wir sein, geheiligt und bewahrt.


Und was Ich bin beschließt, das wird er tun. Er hat beschlossen, dich seinem Sohn zu bringen. Und dieser hat die Rettung deiner Seele beschlossen, erkauft und bezahlt. Nichts wird ihn davon abhalten, dich ans Ziel zu bringen, kleine Seele.


Seid gesegnet,


Sibylle/ Zionstochter.

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