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Lehre uns beten Teil 4/4 Unerhört und ungesehen. Wenn Gottes Antworten scheinbar verhallen.

Aktualisiert: 3. März





Meine lieben Freunde, liebe Frauen Gottes,


ich mutmaße gerade darüber, warum du diesen Artikel aufgerufen hast. Aber er wird nicht das beinhalten, das du vielleicht erwartest:

Die Antworten auf deine Fragen, warum Gott nicht dafür gesorgt hat, dass...


Nein.

Diesmal nicht, denn es ist nicht das, was mir auf dem Herzen liegt, und es ist auch nicht das, was wirklich zur Debatte steht- denn Gott antwortet mehr als deutlich, und wir sind es, die es meistens vorziehen, seine Antworten nicht hören zu wollen, weil sie in unsre Wünsche, Vorstellungen, Konzepte, kleinen Hausgötterbilder nicht hineinpassen.


Derjenige, der nämlich am meisten ungehört und ungesehen ist- in all den Bitten, Proklamationen, Deklarationen, in all den selbstzentrierten Wünschen und dem ewigen Rotieren um sich selbst- ist Jesus selbst.


Oft habe ich in den letzten Monaten das Bild von Jesus, der am Straßenrand sitzt, auf einem unscheinbaren Felsen, während alle in seinem Namen an ihm vorbeirennen.


Eigentlich ist das Evangelium eine so einfache Sache, dass es selbst ungebildete, einfache Leute verstehen können, und Jesus Willen für unser Leben hat er mehr als deutlich dargelegt.


"Lasst euch von mir finden, akzeptiert meine Herrschaft über euch, lasst euch vom Heiligen Geist füllen, und dann ...geht zu denen, die verloren sind. Schenkt ihnen eure Zeit ( legt ihnen die Hände auf), redet mit ihnen, wohnt bei ihnen, bringt meine Gnade. Nährt die, die nichts zu essen haben, kleidet die, die in Lumpen vor euch sitzen, sammelt keine irdischen Schätze, haut raus, damit euer Schatz im Himmel groß wird. Erzählt ihnen von mir, sagt ihnen, dass ich der gute Hirte bin, der sein Leben niederlegt für jedes einzelne Schaf."


Aber- es reicht offenbar nicht. Jesus reicht nicht.


Es reicht nicht, dass er uns seine Gnade geschenkt hat. Es reicht nicht zu glauben, dass er Gott auf Erden war, dass er darüber sprach, Gefangene freizusetzen, Ungerechtigkeit zu beenden, den anderen höher zu achten als sich selbst. Es reicht nicht, dass er sagte, wir sollen barmherzig sein, und dass wir nicht so einen Wirbel machen sollen um Leute mit Geld und Ruhm und was auch immer.


Es reicht nicht, dass er Fische und Brot vermehrte, statt Kaviar und Champagner zu servieren, dass er durch den Staub Galiläas wanderte, statt im klimatisierten Fünf-Sterne-Hotel huldvoll auf seine Follower zu warten, es reicht nicht, dass er sich Zeit nahm für die, die keiner wollte.


Es reicht nicht, dass er sagte, dass das Gebot der Nächstenliebe für alle gilt, und dass derjenige wirklich liebt, der bereit ist, für seinen Nächsten sein Leben, seine Zeit, seine Ressourcen in den Ring zu werfen.


Es reicht nicht, dass er sagte: "Kleidet die Nackten, stellt euch schützend vor die Schwachen, bringt Würde in verlorene Plätze." Es reicht nicht, dass er davon sprach, einander liebzuhaben und den anderen doch bitte mit seinen eigenen Macken dealen zu lassen, weil der Balken im eigenen Auge groß genug ist.

Es reicht nicht, dass er sagte, dass er Heuchelei und frommes Schau-Laufen furchtbar findet. Und es reicht nicht, dass er grollte, dass derjenige, der irgendjemand von den einfachen Leuten den Weg zum Himmelreich versperrt, besser mit einem Mühlstein um den Hals ertrinken solle.


Es reicht nicht, dass er sagte, dass wir seinem Beispiel folgen sollen, und dass er will, dass wir uns kümmern, dass wir dienen, dass wir Füße waschen.

Es reicht nicht, dass er sagte, dass er derjenige ist, der uns rettet, weil wir aus uns selbst nicht gerecht werden können- nein: All das reicht offenbar nicht.


Wenn ich einen Tag bei Facebook verbringe, dann bin ich abends fassungslos.


Jesus- der stinkreiche Bestseller-Autor im Oxford-Ledersessel, wie auch immer ein Zimmermann dort hineinkam.


"Mach diese Studie, und dann folge dem 5-Stufen-Plan, und anschließend verwirkliche dich am besten auf diese Weise!"


"Wenn du so bist, wie du bist, bist du nicht gerettet! Dafür musst du noch...(Heiliger werden, reflektierter werden, gesünder, größer, mehr so werden, wie ICH dich haben will!")


"Jesus war nicht Gottes Sohn, sondern...was er sagte ist nicht mehr relevant, weil danach das Kreuz kam, wir sind alle Sternenstaub, die Obdachlosen wollens doch so, es geht ums Ego und nicht um die Nächstenliebe- lieb dich selbst, kümmer dich um dich selbst, verwöhne dich selbst, erhöhe dich selbst, dreh um dich selbst, entdecke dich selbst, heile dich selbst, sei selbst...Christus."


Währenddessen sind da draußen tausende, die sich bekehren würden, wenn die Gemeinde einfach Jesus leben würde.

Wenn sie wüssten, dass sie nicht in eine uniforme Religion gepresst werden sollen, sondern dass sie genau das weiterleben sollen,was sie schon begonnen haben:


Sich gegenseitig helfen. Sich gegenseitig halten. Miteinander teilen. Schenken und da sein. Nicht dem Geld nachrennen, sondern den Herzen. Sich gegenseitig achten, niemanden ausschließen, sich über niemanden stellen.Wie Ritter ohne König rennen sie durch die Welt, weil der, den sie als Jesus präsentiert bekommen, ein völlig anderer ist, als der, den viele von ihnen verehren und dem sie folgen würden, willig- freudig- wenn da nicht dieses lieblose, übergriffige Bodenpersonal wäre, dass von Liebe und Gnade spricht- und Engstirnigkeit, Verurteilung, Ausgrenzung und Hass lebt.


Oft bin ich traurig in diesen Tagen.

Da gibt es vermeintliche christliche Leiter mit Millionen von Dollars auf ihren Konten. Hochangesehen, gefeiert, geehrt. Verliere bloß kein Wort gegen diese "Gesegneten Gottes!"


Was tun sie mit diesem Geld?


Ich glaube, es ist Jesus von Nazareth, der ebenfalls traurig, durstig und mit staubigem Gewand auf einem Felsblock sitzt, nahezu unbemerkt.


"Gib mir, segne mich, heile mich, zeig mir, wer ich bin in dir, regle das, schenk mir das! "

"Was willst du? Wem soll ich dienen? Womit? Wem soll ich zuhören, helfen, wo soll ich deine Hoffnung bringen?"

Ich glaube, das wird er selten gefragt. "Was hast du auf dem Herzen, Herr?"




Ich glaube viel eher, dass er übersehen und überrannt wird von den Rufen derer, die schreien: "Hier ist er!" " Dort ist der Christus!" Und vor allem: "Ich bin ein Christus!"


Ist das alles, was ich heute anzubieten habe?

Nein.

Ich möchte dich so nicht gehen lassen.

Hört Jesus deine Gebete nicht?

Doch, er hört sie alle. Und er antwortet auch.


Aber wir, wir denken oft, dass Jesus eine Servicehotline ist, die innerhalb von 24 Stunden zurückruft.

Manchmal tut er das- aber manchmal- bittest du auch um etwas, und dann geschehen Dinge in deinem Leben, die du nicht verstehst, und die du mit deiner Bitte gar nicht mehr in Zusammenhang bringst:


Wenn du um und für deine Ehefrau bittest, dann rechne damit, dass Gott dich konfrontieren wird in der kommenden Zeit: Mit falschen Vorstellungen, mit alten Beziehungsmustern, mit deiner Angst, geliebt zu werden, mit deiner Verantwortungslosigkeit, mit deiner Unfähigkeit zu Nähe, mit deiner Angst vor Bindung. Er wird dich vorbereiten.


Wenn du darum bittest, endlich in deine Berufung zu kommen, dann rechne damit, dass er mit dir losläuft, dir absurde Anweisungen gibt, dich mit allem konfrontiert, was dich später zu Fall bringen könnte, dich Ausdauer lehrt und Vertrauen in ihn.


Wenn du um Erkenntnis von Bibelstellen bittest, dann rechne damit, dass sich in deinem Leben Dinge ereignen, die sie dir erklären, dass du Allegorien findest, bis du verstanden hast, was du gelesen hast.


Wenn du darum bittest, ihm dienen zu wollen, dann rechne damit, dass er dich herausfordert, dies zu tun- und rechne auch damit, dass du lernen wirst, selbstlos zu sein.


Und deswegen ist der beste Rat, den ich dir zum Abschluss geben kann:

Führe ein Gebetstagebuch. Schreibe auf, dezidiert, worum du wann gebeten hast.

Und dann beobachte, in was dich Gott führt.


Du wirst überwältigt sein, wie zuverlässig Gott dir antwortet. Selbst dann noch, wenn du selbst deine Frage längst vergessen hast.


Du bist gesehen, Schaf. Und du hörst seine Stimme.



Mich führt Jesus jetzt auf grüne Wiesen und zu stillen Wassern- Zionstochter geht in Sommerpause, und ist ab 21.08.2023 wieder für euch da.


Bis dahin- seid gesegnet.

Und wenn ihr das Gefühl habt, dass ihr irritiert auf einen einsamen Felsblock am Wegesrand starrt, während der Rest mit Geschrei und Getöse in eine andere Richtung rennt- dann denkt dran:


Es ist ein schmaler Weg. Kein...breiter, auf dem viele gehen.


Bis dahin, bleibt gesund! Trefft Jesus! Betet ohne Unterlass! Und..genießt den Sommer in Dankbarkeit.



Sibylle/Zionstochter

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