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Unser Erbe in Christus Teil 2/4 - der Tempel Gottes. Christus- durch uns.






" Zu ihm kommt als zu dem lebendigen Stein, der von den Menschen verworfen ist, aber bei Gott auserwählt und kostbar. 5 Und auch ihr als lebendige Steine erbaut euch zum geistlichen Hause und zur heiligen Priesterschaft, zu opfern geistliche Opfer, die Gott wohlgefällig sind durch Jesus Christus. 6 Darum steht in der Schrift: »Siehe, ich lege in Zion einen auserwählten, kostbaren Eckstein; und wer an ihn glaubt, der soll nicht zuschanden werden.« 7 Für euch nun, die ihr glaubt, ist er kostbar. Für die aber, die nicht glauben, ist er »der Stein, den die Bauleute verworfen haben; der ist zum Eckstein geworden« 8 und »ein Stein des Anstoßes und ein Fels des Ärgernisses« Sie stoßen sich an ihm, weil sie nicht an das Wort glauben, wozu sie auch bestimmt sind. 9 Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk, ein Volk zum Eigentum, dass ihr verkündigen sollt die Wohltaten dessen, der euch berufen hat aus der Finsternis in sein wunderbares Licht; 10 die ihr einst nicht sein Volk wart, nun aber Gottes Volk seid, und einst nicht in Gnaden wart, nun aber in Gnaden seid." ( 1.Petrus 2,9, Hervorhebung Autor)


"Denn wenn wegen der Sünde des Einen der Tod geherrscht hat durch den Einen, um wie viel mehr werden die, welche die Fülle der Gnade und der Gabe der Gerechtigkeit empfangen, herrschen im Leben durch den Einen, Jesus Christus. 18 Wie nun durch die Sünde des Einen die Verdammnis über alle Menschen gekommen ist, so ist auch durch die Gerechtigkeit des Einen für alle Menschen die Rechtfertigung gekommen, die zum Leben führt. 19 Denn wie durch den Ungehorsam des einen Menschen die Vielen zu Sündern geworden sind, so werden auch durch den Gehorsam des Einen die Vielen zu Gerechten. 20 Das Gesetz aber ist hinzugekommen, auf dass die Sünde mächtiger würde. Wo aber die Sünde mächtig geworden ist, da ist die Gnade noch viel mächtiger geworden, 21 damit, wie die Sünde geherrscht hat durch den Tod, so auch die Gnade herrsche durch die Gerechtigkeit zum ewigen Leben durch Jesus Christus, unsern Herrn." ( Römer 5,17 Hervorhebung Autor)


"Nun freue ich mich in den Leiden, die ich für euch leide, und erfülle durch mein Fleisch, was an den Leiden Christi noch fehlt, für seinen Leib, das ist die Gemeinde. 25 Ihr Diener bin ich geworden durch den Auftrag, den Gott mir für euch gegeben hat, dass ich das Wort Gottes in seiner Fülle predige, 26 nämlich das Geheimnis, das verborgen war seit ewigen Zeiten und Geschlechtern, nun aber offenbart ist seinen Heiligen. 27 Denen wollte Gott kundtun, was der herrliche Reichtum dieses Geheimnisses unter den Völkern ist, nämlich Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit. 28 Den verkündigen wir und ermahnen alle Menschen und lehren alle Menschen in aller Weisheit, auf dass wir einen jeden Menschen in Christus vollkommen machen. 29 Dafür mühe ich mich auch ab und ringe in seiner Kraft, die mächtig in mir wirkt. ( Kolosser 1, 24 ff, Hervorhebung Autor)



Meine lieben Freunde, liebe Follower,


Jesus sprach (und spricht!) häufig in Gleichnissen.


Er verwendete auf Erden immer weltliche Bilder, ewige Prinzipien wie Saat und Ernte oder auch Alltagssituationen, mit denen sich seine Zuhörer identifizieren konnten, in denen sie nachvollziehen konnten, was er sagte.


Und auch Paulus- tat dasselbe. Er verwendete Bilder, in denen die Zuhörer/Leser begreifen konnten, was er auszudrücken suchte.


Eines der mächtigsten Bilder, bis heute gepredigt, ist wohl das Bild des Tempels Gottes, der nun nicht mehr statisch und weltlich, sondern lebendig in Christus auferbaut wird. Ein wunderschönes Bild ist es, dass Christus in uns lebt, dass wir der Tempel sein sollen, ein Ort, an dem und durch den man Gott begegnen kann.


Vor vielen Jahren war ich mit meinem Mann auf einer kleinen Hochzeitsreise auf Sardinien. Wir fanden eine kleine Kirche, irgendwo auf der Insel, an einem sehr heißen Tag.

Die Tür war nicht verschlossen, und wir traten ein.


Der Ort war zauberhaft. Es war eine schlichte Kirche, auf den ersten Blick nichts besonderes, ganz hübsch vielleicht in diesem verwilderten, idyllischen Garten mit dem kleinen Feigenbaum, an dem zwei reife Feigen hingen- eine für jeden von uns.


Doch als ich die Kirche betrat, wollte ich sie nicht mehr verlassen.

Kühle umfing mich, Frieden, Stille, Klarheit. Ein warmer Geruch nach Zedernholz lag in der Luft, und ich kam schlagartig zur Ruhe. Es war, als wäre der ganze Raum getränkt mit all den Hymnen, Gebeten, Fürbitten und Segen, die dort gesprochen wurden. Eine unbeschreibliche Atmosphäre, und als ich die Türe hinter mir schloss und zurück in die Gluthitze, das Zirpen und Leben trat, erschien mir alles grell, laut, zuviel.

Ich ging mit Bedauern, aber auch mit Segen. Niemals habe ich diesen Ort vergessen.


Tempel Gottes.


Wir sind berufen, ein Tempel Gottes, eine Oase seines Friedens zu sein.

Ein Ort, zu dem Menschen kommen können und umfangen werden von Gottes Gegenwart, in dem sie Ruhe, Stille und Geborgenheit finden können. Sein dürfen. Begegnung finden mit dem ewigen Gott, der alle Zeit überdauert. Ein lebendiger Stein des Tempels, in dessen Gegenwart andere die vielen Gebete fühlen, die vielen Lobgesänge, den Glauben an und das Vertrauen in Gott. Seine Gegenwart, seine Gunst und Klarheit.


Weißt du, Schlichtheit, Einfachheit- sie ist dabei nicht störend, sondern eher förderlich.


Wenn wir selbst so viel sind, so viel Prunk mitbringen, dann lenkt es ab von der Gegenwart unsres Herrn. Tatsächlich sind es oft die uralten kleinen Kapellen, die kleinen Dorfkirchen mit ihren schlichten Bänken und reduziertem Wandschmuck, in denen wir ausatmen und unseren Blick richten auf das Kreuz an der Wand statt auf die bunten Fensterbilder, die goldverzierten Stuckarbeiten, die glänzenden Wandbilder.


Doch wie, wie lebt denn Christus in uns? Wie ist es möglich? Ist es real?

Oder wählte Paulus nur eine Metapher, ein Bild, um sein Vertrauen und seinen Glauben in Christus zu beschreiben? Seine Gedanken, die unaufhörlich um ihn kreisten, seine Gebete, sein Eifern auch für seinen Gott?


Es gibt viele Hinweise in der Bibel, dass dem nicht so ist. Ich denke, das eben Beschriebene ist das Grundgerüst eines jeden Tempels. Wir können uns nicht jeder Form entziehen, wenn wir als Tempel Gottes erkennbar sein wollen. Aber das, was den Tempel füllt, das was sein Innerstes ausfüllt, es stammt nicht aus uns. Es ist die Gegenwart, die Anwesenheit, die Liebe unseres Gottes. Christus- in uns.


Oft entsteht Konfusion über genau dieses Thema:


Wie kann ein anderer in uns leben, und sei es auch nur im Geist? Wie können wir einen neuen Geist haben, ein neues Herz, in das nach und nach die gesamte Heiligung, die Gesetze Gottes- festgehalten auf den Steintafeln, lebendig in uns geschrieben werden? So dass sie gelebt, erfahren und ihren Segen bringen können?


Es ist das Mysterium Christi, es ist die Ebene, die nur noch durch Glauben und Erfahren zu erschließen ist. Doch geht das überhaupt? Dass quasi ein Zweiter in uns lebt, uns ausfüllt, während wir weiterexistieren, denn wir sterben ja nicht wirklich, wenn wir uns bekehren? Wir leben weiter, sind weiterhin die, die wir vorher waren, im selben Umfeld, in denselben beruflichen Bahnen, in denselben sozialen Beziehungen?


Es wäre einfacher, so viel einfacher zu begreifen, wenn auch unsere alte Hülle mit dem Auftauchen aus dem Wasser verwandelt wäre!

Doch das einzige, das wir sehen, ist dieses Leuchten, das allen Neugetauften zu eigen ist, und das sie nahezu schweben lässt, wenn sie den festen Boden wieder betreten. Es leuchtet aus allen Poren, eine Freude, eine Reinheit, die uns jubeln lässt- für einen kleinen Augenblick.


Der Same ist gelegt, der Heilige Geist ist empfangen, aber: Wie geht es nun weiter, und was heißt es eigentlich?


Neues Leben empfangen, fremdes Leben beherbergen, sich dadurch verändern lassen, zurücktreten, um ihm Raum zu geben- es ist ein zutiefst weibliches Mysterium.


Jede Frau weiß, dass es möglich ist, viele haben es erlebt, durchlebt, bis sie das Leben auf die Welt brachten, das sie trugen. Wir Frauen wissen, wie es ist, wenn wir durch ein neues Leben verändert werden, ohne Einfluss darauf zu haben. Das Kind in uns, das am Anfang kaum bemerkbar ist, nimmt sich seinen Raum, es ist untrennbar mit uns verbunden, und doch hat es seinen eigenen Willen, seine eigene Identität.


Es lebt in Einheit mit uns- und bleibt doch ganz es selbst.


Wir lernen, auf es zu achten. Auf seine Impulse und Eigenheiten. Wenn wir es das erste Mal spüren, ist es nur ein Flattern, ein kleiner Moment, der wahr sein kann - oder nicht. Wir horchen nach innen, richten uns aus, und -"ja! Ja, da war es wieder!" Freude flutet uns, unbeschreibliches Glück über dieses fremde Wesen in uns, das nun so real wird. Und ohne unser Zutun, ohne unsren Einfluss wird es größer, passt unseren Körper seinen Bedürfnissen an, bedient sich unser, während wir immer weniger handlungsfähig werden.


Unsere Aufgabe ist es, den Rahmen zu geben, zu nähren, unsere Lebensumstände anzupassen, damit es auf das bestmögliche wachsen kann.


Die Freude über das Kind, seine Anwesenheit in uns- sie ist von außen sichtbar. Schwangerschaftsstrahlen nennt man die "gute Hoffnung", das "in Erwartung sein".

Andere, fremde Menschen bemerken es, und nicht selten freuen sie sich, bis hin zu dem Wunsch, mal anfassen zu dürfen. "Oh, wie schön! Strampelt es schon? Mädchen oder Junge?"



Christus in uns.

Du empfängst den Geist, du empfängst sein Herz, seinen Geist als ein Geschenk.

Er lebt in dir, untrennbar von dir - und doch nicht du selbst. Um ihn zu bemerken, musst du ihn wollen, bereit sein, dich auf ihn einzulassen, ihm in deinem Leben Raum zu geben. Du lässt fallen, worin er sich nicht verwirklichen kann, und nährst ihn, mit dem, was er braucht. Dafür interagiert er mit dir, er gibt dir Impulse, macht sich bemerkbar, ist immer da, immer in dir, ausgegossen in dein Herz. Er flutet dich mit Gottes Gegenwart, er nutzt dich, drückt sich durch dich aus. Durch dich, wie du bist.


Doch du kannst ihn betrüben, wegdrängen, ignorieren. Dann wächst er nicht weiter. Wenn du nicht nach ihm fragst, dann kann der Same nicht aufgehen. Wenn du weiterhin nur für dich lebst, dann sind die Bedingungen nicht gegeben, in denen er dich heiligen kann, dich verwandeln kann.


Es ist eine Symbiose- eine Symbiose des gegenseitigen Dienstes, der gegenseitigen Liebe. Der Heilige Geist in dir verwandelt dich- ist immer da, immer verfügbar.

Mit der Zeit wirst du seine Impulse zuordnen können, du wirst sein Reden verstehen, seine Führung akzeptieren. Es ist wie ein Tanz, in dem du gesegnet wirst, geliebt wirst, verändert wirst.


Du wirst gesegnet sein, weil du weisst, dass du ihn in dir trägst- und das andere ihm begegnen können- durch dich, in dir. Du wirst gesegnet sein, weil du Sorge trägst, dass er einen Rahmen findet, in dem er wachsen kann, während du abnimmst.


Du übergibst dich ihm, doch du stirbst nicht. Du wirst zu einem Ausdruck Jesu in deiner einzigartigen Geschichte, Gestalt und Persönlichkeit.


Und so wirst du zum Tempel- er durch dich, er in dir:

Ich trete zurück- handle du durch mich, Herr.

Ich trete zurück, bete du durch mich, Herr.

Ich kann es nicht- handle du durch mich.

Führe mich, heile mich, zeig mir den Weg, und verändere mich so, wie du mich haben willst.


Es ist nicht Kampf, es ist nicht Macht, es ist nicht Krieg gegen dich selbst.

Es ist Vertrauen, HIngabe, Einheit und Akzeptanz eines neuen Lebens in dir, das in Herrlichkeit nicht zu übertreffen ist.


Gib ihm Raum, Stein des lebendigen Tempel Gottes, Hohepriester, lebendiger Brief seiner Wohltaten. Vertrau dich an. Und sei sicher, dass der Samen, der in dich gelegt wurde, derselbe ist, der Christus von den Toten auferweckte.


Erleben andere Jesus durch dich?

Bist du ein Tempel Gottes?

Dort, wo du es noch nicht bist, bitte ihn, dich zu übernehmen, dich ihm zu unterstellen. Und vertraue darauf, dass er es ist, der dich verändern wird- und lasse es zu.


Sei gesegnet in deiner Einzigartigkeit, unverzichtbarer lebendiger Stein des Tempel Gottes.


Sibylle/Zionstochter.


Quelle: Die Bibel- Luther 2017, hier zitiert nach www.bibleserver.com

Foto: La Basilica della Santissima Trinità di Saccargia Kirche, Sardinien, Italien, Europa, Pixabay

Worship: City Alight -Christ in me.



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