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Unser Erbe in Christus Teil 1/4- Christus in mir

Aktualisiert: 3. März






"Lasst uns aber wahrhaftig sein in der Liebe und wachsen in allen Stücken zu dem hin, der das Haupt ist, Christus.
16 Von ihm aus wird der ganze Leib zusammengefügt und zusammengehalten durch jede Verbindung, die den Leib nährt mit der Kraft, die einem jeden Teil zugemessen ist. So wächst der Leib und erbaut sich selbst in der Liebe. (Epheser 4, 15-16, Elb.)



" Ich bin mit Christus gekreuzigt. 20 Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir. Denn was ich jetzt lebe im Fleisch, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt hat und sich selbst für mich dahingegeben." (Galater 2,20 Elb.)


"Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt? 17 Wenn jemand den Tempel Gottes zerstört, den wird Gott zerstören, denn der Tempel Gottes ist heilig – der seid ihr." (1. Korinther 3,16 Elb.)



"Denn ihr habt nicht einen Geist der Knechtschaft[5] empfangen, wieder zur Furcht, sondern einen Geist der Sohnschaft habt ihr empfangen, in dem wir rufen: Abba[6], Vater! 16 Der Geist selbst bezeugt ⟨zusammen⟩ mit unserem Geist, dass wir Kinder Gottes sind. 17 Wenn aber Kinder, so auch Erben, Erben Gottes und Miterben Christi, wenn wir wirklich mitleiden, damit wir auch mitverherrlicht werden." (Römer 8,15 Elb.)


"Wir alle aber schauen mit aufgedecktem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn an[5] und werden ⟨so⟩ verwandelt in dasselbe Bild von Herrlichkeit zu Herrlichkeit, wie ⟨es⟩ vom Herrn, dem Geist⟨, geschieht⟩." 
(2. Korinther 3,18 Elb.)


Meine lieben Freunde, liebe Follower,


Es gibt viele dunkle Stunden der Grübelei über diese Bibelstellen in meinem Leben.


Um ehrlich zu sein glaube ich nicht, dass ich damit so alleine bin, wie es immer dann scheint, wenn unsere eigenen Gedanken uns gefangen nehmen und wir nicht so recht wissen, wie wir damit umgehen sollen.

Hinzu kommen viele schon nahezu bedrohliche Interpretationen, die uns mit einer unsäglichen Furcht erfüllen können, weil unsere Urangst wohl ist, dass wir uns völlig aufgeben müssen, dass wir in einer Art geistlichem Kollektiv verschmelzen, dass wir aufhören- zu sein.


Nein, darüber spricht man in der Regel nicht.

Es ist vielmehr so, dass man heimlich die Zähne zusammenbeißt, weil ja jeder sagt, dass das absolut erstrebenswert ist, ein Teil der Braut Christi, seines Leibes zu sein. Von ihm genutzt zu werden, sein Eigentum zu sein, ihn zu leben anstatt uns.


"Aber was ist", flüstert es ängstlich, "denn mit mir, Herr? Bin ich nun, da du in mir lebst, mein einziges Ziel bist, eine Art Karaffe, ein Gefäß nur, dass du zu deinem Zwecke nutzt?"


Oft folgt der Versuch, zumindest mir ging es lange Zeit so- zu sagen: " Er hat mir seine Liebe doch längst bewiesen! Ich muss mich begnügen mit der Gnade, Teil von ihm sein zu können, das ist nur mein Ego!"

Das Problem war aber: Ein Teil von mir blieb traurig. Ja, ich war bereit, alles für Jesus niederzulegen, darum ging es nicht. Aber all diese Zusagen- er gibt sie allen. Was mir fehlte, war das Gefühl als ich, ich selbst, für ihn wertvoll zu sein- nicht als Teil eines Kollektivs.


Und darüber grübelte ich. Viele Stunden. "Wie gehört das zusammen, Herr? Dass ich mich selbst zurückstelle, um dir zu dienen? Was passiert, wenn ich die letzte innere Notbremse löse und mich dir ganz überlasse? Und warum- warum macht mir das Angst? "


Hingabe, Loslassen, Übergabe des eigenen Lebens ist leichter gesagt als getan.


Wir alle kennen diese Vertrauensübungen, die gerne im Rahmen von Gemeinschaftsaufbau und Teamseminaren gespielt werden: Schließe die Augen, und lasse dich nach hinten fallen. Ohne etwas zu sehen. Ohne zu wissen, ob du auch wirklich aufgefangen wirst. Es gibt viele Menschen, für die ist das eine absolute Horrorvorstellung von einem Kontrollverlust, der sie fliehen lässt.


Ich habe die letzten Jahre in einem ausgedehnten Sabbatical verbracht. Es ergab sich so, es war nötig, und es war wie ein innerer Altarruf, dem ich folgte. Ich wollte heilen, verstehen, klar sehen. Ich wollte nur noch- Jesus. Alles andere raus, bitte, alles andere möge schweigen!


Irgendwann in dieser Zeit sagte ich zu Jesus:


"Das, was du da von mir verlangst, kann ich nicht, Herr. Es ist, als würdest du von mir verlangen, dass ich mich auf die Luft lege und darauf vertraue, fliegen zu können. Dass mich das Unsichtbare trägt und nicht fallen lässt. Ohne Sicherheitsnetz, ohne Halt.

Ich habe Angst. Du verlangst etwas von mir, dass mein gebrochenes Urvertrauen einfach nicht- hergibt."


Hat sich das geändert? Ja und ja- bis hin zu dem Extrem, dass ich ihm heute mehr vertraue als allen weltlichen Umständen. Und maßgeblich war eine Erkenntnis, die ich heute mit euch teilen möchte.


Es ist wahr, dass wir, solange wir unsere eigene Interpretation von dem, wer wir sind, festhalten, umklammern und nach außen tragen, oft ins Nichts rennen.


Was wollte ich nicht alles sein, was habe ich nicht alles angestrebt in meinem Leben!

Und wie oft kam ich am Ende zu der Erkenntnis, dass ich die Rolle nicht ausfüllen konnte, an mir selbst scheiterte, als wäre ich in einem Job gefangen, den ich wohl machen kann, aber der mir im Innersten widerspricht, mich unruhig auf den Feierabend warten lässt, in dem ich nicht ich selbst sein konnte!


Irgendwann ging ich spazieren mit Jesus, aufgrund von offenen Fragen, von Zweifeln und Ängsten, und ich beklagte mich, darüber, dass, wenn ich mich ihm anvertraue, ganz und gar, ich ja mein Mitspracherecht aufgebe. Und dass ich Angst habe, fürchterliche Angst, dass der Ort, an den er mich bringt, mich verzweifeln lässt, mich vielleicht auch all meiner Wünsche und Sehnsüchte beraubt.


Eine leise Stimme in mir, so wohlvertraut, fragte: "Glaubst du, die Kleider, die ich für dich wähle, werden dir nicht gefallen? Glaubst du, ich verändere dich in jemanden, die du nicht sein willst?"


Es war ein Schock für mich, denn wenn ich ehrlich war zu Jesus, dann war genau das meine Angst- Mangel, Entbehrung, Trauer über Verlorenes- und dass er mich umformen würde in etwas, das ich selbst ja garnicht war und niemals sein wollte. Es war eine Angst, aufgelöst zu werden wie Schokolade in einem Wasserbad. Kleider zu tragen, die mich zu jemand völlig anderem machen würden.


Und eine Erinnerung kam im selben Moment zurück:


Ein Tag, einer der ganz seltenen, an dem mir mein so ferner Vater versprach, mit mir einkaufen zu gehen. Ich litt fürchterlich unter Mobbing als Sozialhilfekind, und es war eine Extragabe- des inzwischen mit einer anderen Frau verheirateten Vaters.

Allein- der Tag war eine Enttäuschung.


Nicht ich wählte die Kleidung, sondern mein Vater. Ich war 13 Jahre alt und hatte meine Vorstellungen von dem, was ich liebte. Doch er wählte, was ihm gefiel und kleidete mich ein wie eine Schaufensterpuppe.


Jesus sagte: "Das würde ich niemals tun. Vertraust du nicht darauf, dass ich dich besser kenne als du dich selbst?"


Es sind Fragen, denen wir uns stellen müssen, wenn wir das Geheimnis, das große Unfassbare umarmen wollen, dass wir tatsächlich in Christus gekreuzigt sind, dass er tatsächlich und real in uns lebt, dass wir tatsächlich von ihm verwandelt werden.



Was wir verstehen müssen, um wirklich zu vertrauen, ist, dass er auch derjenige ist, der das Design erdacht hat, und dass es viele, viele Aspekte von uns gibt, die vielleicht unterdrückt oder fehlgeleitet, überschattet oder verdrängt sind- aber dass er das Bild von uns immer noch klar sieht.


Und wir bemerken, wer wir sind:

Wir wissen, ob wir kreativ sind, ob wir eigentlich eher strukturiert sind, aus dem Herzen heraus. Wir wissen, was uns im Innersten bewegt: Ob wir Gerechtigkeitssucher sind, ob wir nicht aufhören können, über Beziehung nachzudenken, ob wir Frieden suchen- oder ob wir unser Herz in der richtigen Lehre haben. Wir wissen ganz genau, wo unsere charakterlichen Stärken liegen, ob wir gesellig sind, ob wir humorvoll sind, ob wir innere Freiheit brauchen oder uns in festen Strukturen am wohlsten fühlen.


Doch wir haben gelernt, das zu sein, was andere wollten, das wir sind:


Wir haben uns bis zur Unkenntlichkeit verbogen, um geliebt zu sein, wir haben Träume aufgegeben und unsre Potentiale vergraben. Manch einer versucht ein Toaster zu sein, der Kaffee kochen will. Eine Blume, die Ähren hervorbringt- und nie, niemals sind wir uns (und anderen) genug, scheint es.


Wenn Jesus auf dich blickt, sieht er genau, wo du versuchst, jemand zu sein, der oder die du nicht bist. Er sieht genau, warum es so ist. Und es hindert ihn, sich voll in dir zu entfalten, dich voll in seinen Dienst zu nehmen. Es jammert ihn, dass du jemand anderes sein willst, als der oder die, die du bist, denn er war ja derjenige, der bestimmt hat, wo, wie, und wozu du lebst, erfunden, kunstvoll gewoben wurdest.


Er möchte sich ausdrücken durch dich, wie du wirklich bist, und er wird dich leiten in dein echtes Sein, in die ursprüngliche Version dessen, als die (oder der!) du geplant warst. Er wird deinen Namen reinwaschen, und alle Bereiche deines Lebens mit seiner Heilung fluten.


Doch dazu musst du zulassen, dass er sich durch dich ausdrückt. Nicht du selbst, nicht dein eigener Geist- sondern er. Er wird sich verherrlichen durch dich, er wird seinen Tempel einnehmen und in seinem Glanz erstrahlen lassen.


Dass Christus in dir lebt, heißt nicht, dass du Christus bist.

Dass Christus in dir lebt, heißt nicht, dass du dich auflösen musst. Es heißt, dass er dich in Vollkommenheit führt- wenn du es nur zulässt. Er befreit dich aus allen Verstrickungen, falschen Wegen, allem, was du über dich glaubst, das nicht stimmt. Und ja, manchmal wird er dir etwas nehmen, dass du als unersetzlich eingestuft hast. Das du als so fest zu dir gehörig sahst, dass du es krampfhaft umklammert hast.


Aber an anderen Stellen wird er dich stärken und das in den Vordergrund bringen, in dem du gut bist. Und sich freuen über das, was du wirst. Und das Gute ist: Du bist restlos erkannt: Du bist restlos verstanden. Du wirst glücklich sein über Dinge, von denen du gar nicht wusstest, dass sie dir liegen. Du wirst selig sein über Augenblicke, die du nicht erwartet oder auch nur erahnt hast.


Und deine Botschaft, das, wo deine Gabe ist- liegt unter jenen Trümmern begraben, in denen du nach Hilfe schreist zu einem allmächtigen Gott, der aus Asche Schönheit erschafft.


Fürchte dich nicht, dich hinzugeben. Fürchte dich nicht, dass Jesus aus dir jemanden machen will, der oder die du nicht bist. Es ist nicht wahr. Er allein ist die Wahrheit, die dich fluten wird- Wahrheit über dich. Er allein ist Leben, und je mehr du dich verwandeln lässt, desto lebendiger, freier, froher und segnender wirst du werden.



Das, was Paulus mit dem "Leib Christi" gleichsetzt, würden wir heute vielleicht mit einer Firma gleichsetzen: Eine Firma, die nur dann funktioniert, wenn jeder genau das macht, worin er oder sie am besten ist: Und kein Glied funktioniert ohne das andere.


Lass es einsinken:

Du löst dich nicht auf. Du wirst verherrlicht durch Jesus allein. Du wirst seine Herrlichkeit, seine ursprüngliche Schöpfung widerspiegeln. Du wirst ein Teil seiner Firma, seines Volkes sein, nicht Sklave, nicht Diener, sondern Kind Gottes. Und alles, was er dir schenken wird, ist so voller Glanz und so perfekt auf dich abgestimmt, dass die Kämpfe vorbei sein werden.


Doch wem gebührt das Lob für ein solches, vielfältiges, perfektes, verherrlichtes Meisterwerk in so vielen Facetten, in so vielen Farben, so unterschiedlich und doch verbunden durch denselben Geist?


Nur der, der den Tempel nicht noch einmal niederreißt, sondern ihn aufbaut, Jesus Christus, Sohn Gottes und wiederkehrender König in Ewigkeit.


Und der Tempel, der aufgebaut wird- bist du.


Welch ein Versprechen und welch ein Erbe.


Flieg. Die Luft wird dich tragen.


Seid gesegnet,


Sibylle/Zionstochter.


Quellen:


Die Bibel. Elberfelder Übersetzung, hier zitiert nach: www.bibleserver.com

Foto: Pixabay lechenie-narkomanii. thx.

Lobpreis: Michael W. Smith : "Breathe"-live/ "Worship forever 2021"





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