• sibyllezion

Verletzte Herzen und alte Wunden. Du selbst werden. Gottes Einladung, zu heilen.

Aktualisiert: 17. Sept.





"Verletzte Menschen verletzen. Geliebte Menschen lieben.(Volkstümlich)"

" Er heilt die gebrochenen Herzens sind, er verbindet ihre Wunden" (Psalm 147,3)
" Gnade und Liebe sind umsonst. Beziehung ist es nicht." (Stasi Eldredge). 

Meine lieben Freunde, liebe Frauen.


Als ich mich vor drei Jahren für eine Online Study registrierte, ahnte ich nicht, was sie auslösen würde.

Jahrelang hatte ich "mich gut gehalten". Eine Arbeitskollegin sagte mal zu mir, dass sie es vorziehe, immer an der Oberfläche zu schwimmen, weil sie das heulende Elend packen würde, schaue sie tiefer. "Ich habe das mal probiert, Bille, aber es endete damit, dass ich viel zu viel Alkohol trank. Also habe ich mich entschieden, hier oben zu bleiben. Da geht's mir gut."

Es ist das, was wir tun, und es ist das, was auch ich tat: Ich weigerte mich, ehrlich hinzusehen. Ja, es gab viele Situationen, von denen ich wusste, dass sie mein Leben maßgeblich bis in die Gegenwart hinein beeinflussten: Meine Wahrnehmung anderer. Meine Einstellungen. Meine Verhaltensmuster. Meine heimliche Angst, nachts alleine zu Hause zu sein. Meine dann aufkommende Anspannung und die altgewohnte Schockstarre, in die ich fiel. Man arrangiert sich nur allzu leicht damit- wie mit Höhenangst, oder mit der Angst vor Spinnen. Und man erzählt es nicht, weil es ja lächerlich ist, wenn eine erwachsene Frau sich alleine zuhause fürchtet. Wovor? Also verdrängt man- und hält aus- und schämt sich ein bisschen. Man hofft, dass all diese Verletzungen mit der Zeit schon verschwinden, einfach so. Schließlich setzt Jesus ja frei. Aber, seien wir mal ehrlich- er ist kein Zauberer, er nimmt nicht einfach weg, was angesehen, verstanden, vergeben und geheilt werden muss. Man hofft, dass wenn man Satan nur entschieden genug in Jesu Namen die Türe weist, er endlich aufhört, die Auserwählte einzuschüchtern.


Aber es passiert immer wieder.


Man hofft, dass man durch eigenes Verhalten eine Änderung bewirken kann- die Erinnerungen verblassen werden. Aber es braucht nur wenig, um das so gewonnene Gleichgewicht wieder zu zerstören. "Scham und Disziplin werden es nicht beenden"sagt Stasi Eldredge in "Werden, wie du mich siehst" (Becoming myself). Aber was wird es dann verändern können?


Ist tiefe Versöhnung mit der eigenen Geschichte möglich? Ist Wiederherstellung möglich, so dass innere Freiheit entstehen kann? Ja.

Doch nur, wenn wir verstehen, dass Jesu Liebe wirklich Liebe bedeutet, und sie beginnen, zuzulassen.


Ich wusste, dass ich bestimmte Situationen vermied, dass manche Ereignisse das Potential hatten, immer wieder dieselben Knöpfe zu drücken, die mich zu Fall brachten. Aber ehrlich? Wenn ich mich auf der Bergkuppe umdrehte und die Rauchschwaden Sodoms brennen sah, dachte ich: "Das ist zuviel. Das ist so viel, dass ich es in meinem ganzen Leben nicht aussortiert bekomme. Jetzt bin ich gerettet- das ist vorbei. Jetzt gehör ich Jesus- das bin ich nicht mehr. Ich bin jetzt eine neue Schöpfung!"

Das Problem ist nur: Für Gott gibt es keine Zeit. Er rettet dich nicht mit 15, nicht mit 30 Jahren. Er erhebt mit deiner Rettung Anspruch auf...dein gesamtes Leben.


Und das, was war- positiv wie negativ- verschwindet nicht einfach, nur weil wir gerettet sind.


Wie Aschenputtel stand ich also vor einem Berg aus Linsen und Erbsen- und Tauben waren nicht zu sehen, die das für mich sortieren würden. Und dann- brach mein Herz. Wieder einmal eine Situation von Hilflosigkeit, Verleumdung und Machtlosigkeit. Wieder einmal Mobbing, doch diesmal auf Kosten eines wunderbaren kleinen Mädchens, das unsre Pflegetochter hätte dauerhaft werden sollen. Mein Herz war noch nie so gebrochen wie in dem Moment, in dem ich realisierte, dass die Arbeitskonditionen gezielt so gegen mich gerichtet wurden, dass eine Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses nicht möglich war. Nicht, ohne dass meine Ehe, meine Familie und meine seelische Gesundheit ernsthaft gefährdet sein würden. Ich schrie zu Gott. Ich flehte um Hilfe. Seine Antwort war eine komplette Konfrontation mit meiner eigenen Geschichte.


Seine Antwort war eine sechswöchige Becoming myself study mit Stasi Eldredge, die sie selbst leitete- mit Unterstützung ihres langjährigen Teams. Was sie auslösen sollte, ahnte ich in keiner Weise. Und hätte ich gesehen, wie der Weg weitergehen würde, nachdem der sonnige Pfad im Wald verschwand, wie steil der Berg werden würde- ich hätte ihn wahrscheinlich nicht eingeschlagen. Bin ich froh, es dennoch getan zu haben? Ja, ja und ja. Aber ein Wellness-Wochenende mit fröhlicher Gemeinschaft, nun, das sieht anders aus.


Stasi Eldredge ist eine begabte Schreiberin und steht darin ihrem Mann John Eldredge in nichts nach. Selbst jene, die John für seine Ausrichtung und Theologie massiv kritisieren, räumen jederzeit bereitwillig ein, dass er ein brillianter Autor ist- dass seine Bücher sich mit Leichtigkeit und Freude lesen lassen. Doch beide sind sehr viel mehr als gute Schriftsteller, deren Bücher leichtfüßig und auf den ersten Blick ein wenig theologisch "dünn" daherzukommen scheinen.


Sie sind verflixt scharfäugige und invasive christliche Seelsorger. Sie bieten an, sie locken, und wenn du nahe genug herangekommen bist, schwingen sie das Schwert des Wortes und trennen Fleisch von Knochen. Sie bieten an- und man kann mit ihnen an der Oberfläche schwimmen, ihre oft provokanten Thesen schlichtweg als oberflächlich und reaktionär verwerfen. Sie locken: Man wird eingesponnen und sympathisiert mit ihnen, ist erstaunt und berührt von ihrer persönlichen Offenheit und ihrem Herzen. Sie schwingen das Schwert des Wortes: Sie überraschen dich mit einer treffsicheren Wahrheit Gottes, die völlig unvermittelt die Wurzel des Schmerzes trifft. Und: Sie fangen auf - sie bieten ihr Gebet, ihre Worte, um zu formulieren, was man selbst nicht in Worte fassen kann.


Erfahrungsgemäß sind es am Ende höchstens drei von 10 Frauen und Männern, die sich in Gänze auf diesen Weg einlassen und nicht doch lieber wieder in die seichteren Gewässer fliehen. Doch innere Heilung, Freisetzung, das Zulassen der Veränderung durch den Heiligen Geist, durch die Liebe Gottes führt zu einem solchen Gewinn an (christlicher) Lebensqualität und innerem Reichtum, dass es sich lohnt, sich anzuvertrauen.


Ich habe sechs Wochen lang geweint. Ich bin in Abwehr gegangen, ich bin ausgewichen, ich habe relativiert. Ich bin geschockt gewesen von dem Kummer, der tief in mir vergraben war. Ich habe mit Gott gestritten, getobt, gerungen ( "Ja, schöne Liebe, Jesus, wo warst du denn? Ich war ein KIND!"), ich habe aufgemacht und ihm alles hingelegt. Ich habe ihm gesagt, dass Vergebung, also wirkliche, echte Vergebung und nicht Verdrängung, seine Erklärung, seinen Blick braucht. Ich habe Blut und Wasser geschwitzt - und sooft ich ausweichen wollte, wurde ich liebevoll lächelnd und insistierend zurückgeholt. Und von Woche zu Woche war es weniger Angst, weniger Scham, die mich gefangenhielten.

Gott erzählte meine Geschichte neu- und die Wahrheit setzte mich frei.


Wir alle wollen Instantlösungen.

Wir wollen nicht hinsehen- wir wollen, dass die Dinge in Ordnung sind. Aber wenn wir nicht lernen, unsre Verletzungen heilen zu lassen, werden wir sie weitergeben. Wir werden andere verletzen- und der Spirale des Gebundenseins nie entkommen. Wir müssen hinsehen, nicht verleugnen.


Wenn du dich einlassen willst, dann wisse eins:

Du wirst Zeit für dich brauchen. Du wirst weinen. Du wirst kämpfen. Du wirst beten. Du wirst getröstet werden. Und für eine Weile wird Gott dich und deine Geschichte ins Zentrum stellen. Du gehst diesen Weg nicht alleine. Du bist sicher begleitet vom Heiligen Geist, du bist umhüllt mit der Liebe des Vaters und sicher geborgen bei ihm wie ein grad gestilltes Kind.

Nimm dir diese Woche Zeit. Überlege dir, was es bedeuten würde, innerlich frei zu sein. Überlege dir, was es bedeuten würde, auf deine Vergangenheit versöhnt zurückzublicken.


Für heute schließe ich mit einer Frage, mit der ich diese Reihe eröffne:

Wenn Jesus vor dir stünde und du dir eine Sache wünschen dürftest, die er dir sicher gewährt, was wäre es? Finde deine Antwort. Ich begleite dich in Gebet und Fürbitte. Und das Team von Wildatheart tut es auch- denn sie beten für die Heilung aller, die durch ihren Dienst berührt werden.


Sei gesegnet,


Sibylle/ Zionstochter.



Wöchentliche, vertiefende Impulse zum Thema werden wie üblich auf meiner social media Präsenz bei Facebook und in den zugehörigen Community Gruppen von Zionstochter veröffentlicht: https://www.facebook.com/Sibyllezion

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